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Neuer BMW X4 (2018)

Unterwegs im SUV-Coupé mit 326-PS-Diesel

Auf X3 folgt X4: Der G02 ist die zweite Generation des SUV-Coupés und nicht mehr allein in der Mittelklasse. Wir fuhren den neuen M40d xDrive mit 326 PS starkem Reihensechszylinder-Diesel. Daten, Fakten, Bilder und Fahreindruck.

02.07.2018 Torsten Seibt Powered by

Dass der X4 keinen üblichen Zyklus durchläuft, war bereits bei seiner Präsentation klar, schließlich basierte seine Technik auf dem bereits modellgepflegten X3. Entsprechend kommt die neue Generation (G02) nun mit den Plattform-Updates aus dem neuen X3 (G01). Die neue, homogenere Designlinie wird vor allem am Heck mit den Voll-LED-Rückleuchten deutlich, die sich nun dezenter in Seitenteile und Kofferraumklappe einschmiegen.

BMW X4 Premiere Foto: BMW
Das Heck des BMW X4 ist im Vergleich zum Vorgänger harmonischer.

Die Abmessungen des neuen BMW X4 haben in den wichtigsten Eckdaten zugelegt. Der Radstand wächst um 54 auf 2.864 mm, die Breite legt um 37 auf 1.918 mm zu und bei der Länge geht es gleich um über acht Zentimeter voran, 4.752 Millimeter stehen nun im Datenblatt. Eine „neue Interpretation des für BMW X-Modelle typischen Sechs-Augen-Gesichts“ nennt BMW die Frontgestaltung des neuen X4 mit den LED-Doppelscheinwerfern und den horizontalen Nebelscheinwerfern.

Fahrbericht BMW X4 M40d

BMW X4 M40d Foto: BMW
Der X4 folgt dem X3 mit Respektabstand.

Wie beim Vorgänger folgt auch X4 als G02 seinem Bruder X3 mit Respektabstand. Doch wozu unnötige Eile, so ein SUV-Coupé verkauft sich doch eh fast von selbst, oder? Nun ja seit der Einführung 2014 rund 200.000 Mal. Kein Wunder, schließlich war er das erste SUV-Coupé in der Premium-Mittelklasse. Und dort springt den Kunden das Portemonnaie bekanntlich ganz gern weit auf. Und jetzt die Sensation: BMW hat den X4 geschrumpft. Leichter, nutzwertiger, analoger, kompakter. Äh, nein. Kleiner Scherz. Natürlich halten sich die Münchener bei ihrem SUV-Hipster an die Spielregeln. Einen Tick größer ist er rundum und mit längerem Radstand, noch besser vernetzt, strahlt LED-Lichttechnik außen und mit TFT-Instrumentarium, Gestensteuerung und hochwertigerer Anmutung innen. Wäre ja auch noch schöner, wenn es anders wäre.

Doch wozu auch groß am Rezept rumdoktern: SUV-Coupé – da ist der Kaufvertrag doch schon unterschrieben, bevor der Modellname ganz ausgesprochen ist. Was speziell bei den sportlichen Ablegern ja auch ein klitzekleines Momentchen dauert. Und von den M-Ablegern hat der X4 jetzt sogar zwei: neben dem bekannten Benziner nun auch einen Power-Diesel. Wobei man davon ausgehen kann, dass letzterer noch vor den Zeiten des schlimmsten Diesel-Schlamassels auf Kiel gelegt wurde. Sei‘s drum, so ein saftiger X4 mit Dreiliter-Reihensechser macht immer Spaß, ganz gleich ob selbst- oder fremdgezündet. Wir zünden jetzt mal letzteren, den X4 M40D mit 326 PS und 680 Newtonmetern

Wer schon mal in einem X3 oder einem anderen oberklassigen BMW saß, kommt an Bord des SUV-Coupé sofort klar. So richtig neu arrangiert haben sie hier nichts. Instrumente, Bildschirme, Mittelkonsole, Automatikwählhebel, Drehdrücksteller – alles grundsätzlich bekannt und bewährt von der verbesserten Sprachsteuerung, über größere Headup-Display, die TFT-Instrumente mit unterschiedlichen Ansichten, den optionalen 10,25 Zoll Touchscreen sowie die Gestensteuerung fürs Infotainment. Gut so, dass erleichtert die Bedienung, die bei manchem Touch-Bildschirm-Inferno gar nicht so leicht fällt. Vor allem während der Fahrt, für die so ein Automobil ja ursprünglich mal gemacht wurde. Das wiederum muss bei BMW niemand erklären, denn dort binden sie den Fahrer immer noch mit besonderer Akribie an Auto und Straße.

Lenkung mit festem Händedruck

BMW X4 M40d Foto: BMW
Das kann BMW: Lenkung wie ein fester Händedruck, passender Komfort.

Nehmen wir nur mal die Lenkung: Hier greift der Pilot keinen halbgar-schwitzigen Lappen sondern bekommt einen festen Händedruck. Verbindlich, aber ohne Knöchelknacken, Mehr Servo zu spendieren würde nichts kosten, außer Gefühl. Und da sind die BMWler eisern, das geben sie nicht her. Wobei der fleischwurstige Kranz des M-Lenkrades vielen zu dick vorkommt. Egal, es bereitet schon Spaß, den X4 vom Parkplatz herunter zu bugsieren. Noch bevor amtliche Kurven in Sicht kommen registriert der Fahrer: okay, die Ingenieure haben sich aber Mühe gegeben. Man mag ja „Freude am Fahren“ für einen abgehangenen Slogan halten, doch wer noch etwas Restgefühl am Automobilismus besitzt, der wird die Abstimmung des adaptiv dämpfenden, serienmäßigen Sportfahrwerks im X4 M40D mögen. Nie zu hart, aber immer gefühlsecht. Rückmeldung nicht so dass sie nervt, sondern informiert. Gut, die ganz kurzen Unebenheiten bekommt er nicht ganz weggefiltert, was auch an der sportiven Bereifung liegen dürfte. Aber sonst: alles gut.

Bassig, druckig, prächtig: der Biturbo-Diesel

Und erst der drei Liter große, stufenaufgeladene Biturbo-Diesel, BMW-typisch natürlich Reihensechszylinder: ein Motor, der nicht nur fortbewegt, sondern bewegt. Zumindest alle, die was für Verbrennungsmotoren übrig haben. Mit dem ersten kräftigen Gasgeben kickt er bassig knurrend die nervige Dieseldiskussion in den Orkus. Geschmeidig im Benehmen und fett im Antritt begeistert er zwischen Einsfünf und Vierfünf. Niedrigtourig cruisen läuft, drehfreudig anbeißen auch. Natürlich hätte ein Benziner obenraus noch Puste, doch wozu? Bis 4.500/min ist alles erledigt, zumal die Achtgangautomatik schnell und zielführend den passenden Gang serviert. In Sport vielleicht manchmal zu willfährig, doch wer mag, kann sich das ganze ja individuell konfigurieren.

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Traktion? Immer und überall dank XDrive und Sportdifferenzial

Traktion liefert der X4 M40D zudem immer, selbst aus engen Kurven heraus verschlupft der XDrive in Verbindung mit dem hier serienmäßigen Sportdifferenzial praktisch kein Newtonmeterchen, halt sich die Untersteuerneigung des 1,9-Tonners auch bei Bergabpassagen in Grenzen. Schade nur, dass sie bei BMW auf die Sonderausstattung „Cedar Mountain Road“ verzichten müssen, denn eigentlich müsste auf diesem Pass an der Grenze zwischen South und North Carolina jeder mal seinen X4 rumlassen. In verschiedenen Kurvenradien, hinauf und hinunter, teils mit kleinen Sturzbächen garniert, die ihn jedoch nie von seiner Linie abbringen.

Nutzwert hat er auch. Jedenfalls genug...

Müssen wir Worte zum Nutzwert verlieren? Okay: vorne ist nach wie vor alles gut, je nach Investitionsbereitschaft bei der Ausstattung logiert man von gut bis hervorragend. Das Platzangebot genügt selbst gehobenen Ansprüchen, im Fond wurde es für Kopf und Beine besser, bleibt aber immer noch ansatzweise intim. Doch wer darüber und über die schießschartige Heckscheibe meckert, sich auch nicht vom zart gesteigerten Kofferraumvolumen besänftigen lässt, der beschwert sich auch nach sechs Gin Tonic über seinen Schwips. SUV-Coupé: da muss das so... Und gern auch als X4 M 40D. Denn so muss ein Diesel sein. Ab 14. Juli auf der Straße.

Technische Plattform ist der neue BMW X3

Entsprechend der Plattform ist das Cockpit des neuen X4 bereits aus dem aktuellen Modelljahrgang des X3 bekannt. Im Vergleich zu diesem ist das Raumangebot in der zweiten Reihe von der dynamischeren Karosserielinie begrenzt, hier soll allerdings im Vergleich zum Vorgänger mehr Platz bereit stehen. Direkt ablesen kann man den Zuwachs am vergrößerten Gepäckabteil, das nun 525 bis 1.430 Liter fasst (Vorgänger: 500/1.400). Die Rücksitzlehnen lassen sich dreigeteilt umlegen, die verstellbare Lehnenneigung kostet jedoch Aufpreis.

Mit drei Benzinern und vier Dieselmotoren geht BMW recht komplett in den Verkaufsstart, wobei die beiden Modelle BMW X4 M40i und BMW X4 xDrive30d erst im August nachgereicht werden. Ganz neu kommt der BMW X4 M40d, eine Diesel-Powerversion gab es bislang nicht. Kunden haben entsprechend die Wahl zwischen den Vierzylinder-Benzinern X4 20i und X4 30i mit Twinscroll-Turbo und 1.998 cm3 Hubraum, 184 und 252 PS oder den Vierzylinder-Dieselmodellen: X4 20d (190 PS) mit variablem Turbo, X4 25d (231 PS) mit zweistufiger Ladertechnik und 2.500 bar Einspritzdruck sowie dem X4 xDrive 30d mit 265 PS. 15 Kilo hat der BMW X4 xDrive 20i offiziell abgespeckt, das Leergewicht ohne Fahrer gibt BMW mit 1.720 kg an. Beim X4 xDrive 20d sind es 20 kg mehr. Verbräuche: 7,1l Super und 5,4l Diesel.

BMW X4 Premiere Foto: BMW
Neu im Programm ist der starke Dieselantrieb im BMW X4 M40d

Erstmals ein BMW X4 M40d

Das Powerpaket M40i wird im August nachgereicht, beide M-Varianten setzen auf die bewährten Reihen-Sechszylinder. Der M40d mit 326 PS beschleunigt den BMW X4 in 4,9 Sekunden auf Tempo 100, beim X4 xDrive M40i fällt diese Marke laut BMW um gerade einmal 0,1 Sekunden früher – der Sechszylinder-Benziner ist mit 360 PS unterwegs. Beide M-Motoren schieben den neuen X4 bedarfsweise auf Tempo 250.

Die Produktion des neuen BMW X4 soll noch im März beginnen, der Bestellstart für die Vierzylinder (20i, 30i, 20d und 25d) wird im April erwartet. Dort immer an Bord: xDrive-Allrad und Achtgang-Steptronic. Derzeit gibt es noch keine Preisinformationen, bislang begann der Einstieg in die X4-Welt mit dem X4 20d ab 48.200 Euro. Weitere Details zum neuen BMW X4 finden Sie in der Bildergalerie.

Fazit

Gekonnt evolutioniert wird auch die zweite Generation des BMW X4 ihre Fans finden. Ein Tipp für Drehmoment- und Renndieselfans: der X4 M40D. Kultiviert, sauschnell und an der Tankstelle noch erträglich. Wobei Knauserer eh nicht zum 70.900 Euro teuren Top-Diesel starren.

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