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Weltpremiere BMW X5 (G05)

Vierte Generation Bayern-SUV

Autosalon Paris 2018

Ende 2018 kommt die vierte Generation des BMW X5 auf den Markt, nun hat BMW uns ein erstes exklusives Date gewährt. Erstmals konnten wir im kommenden Luxus-SUV Platz nehmen, dazu gibt es alle Infos, Daten und Detail-Bilder.

06.06.2018 Torsten Seibt, Jens Dralle Powered by

Als BMW im Jahr 1999 den ersten X5 vor das Publikum rollen ließ, war das auch eine gewisse Zäsur. Nicht nur für den Hersteller selbst, denn einen Geländewagen hatte es in der Nachkriegszeit bei BMW nie gegeben. Auch die damals noch recht überschaubare SUV-Szene horchte auf, schließlich verzichteten die Bayern ganz bewusst auf eine Geländeuntersetzung, ein Novum für die damalige Zeit und dieses Segment. Wegen dieses Umstands hatte das BMW-Marketing seinerzeit das „SAV“ erfunden, das „Sports Activity Vehicle“, um sich von den grobschlächtigen und wenig dynamischen Klassenkameraden abzugrenzen.

Wie die Entwicklung im SUV-Bereich bewiesen hat, war die Idee jedenfalls zukunftssicher. Heute haben SUV oft noch nicht einmal zwei angetriebene Achsen. Nur das mit dem „SAV“ konnte sich letztendlich niemals durchsetzen, auch wenn die Weißblauen bis heute hartnäckig an ihrem Kunstbegriff festhalten. Dafür ist jedoch der Wettbewerb vor allem im letzten Jahrzehnt erheblich grimmiger geworden. Wo BMW einst mit dem für damalige Verhältnisse extrem fahraktiven ersten X5 alleine auf weiter Flur war, dynamisieren heute dutzendweise Konkurrenten durch das Segment. Ob das der Grund dafür ist, dass BMW nun erstmals ein „Offroad-Paket“ anbietet, also quasi dort landet, wo man ganz am Anfang niemals hinwollte?

BMW X7 (2019)Erste Fahrt im Riesen-SUV

Der dynamische BMW-Stammkunde muss jedoch nicht befürchten, dass der X5 nun zum staksigen Wüstenschiff mutiert. Vielmehr kombiniert BMW eine optionale Differentialsperre an der Hinterachse für das Offroad-Paket mit zusätzlichen anwählbaren Fahrprogrammen sowie Unterfahrschutz-Dekor an Front und Heck.

Motoren und Leistung im neuen BMW X5

Bei BMW ganz besonders wichtig sind natürlich die Motoren: Vier davon stehen zur Markteinführung im November zur Verfügung, alle mit Allradantrieb und Achtgang-Steptronic. Der Dreiliter-Sechszylinder im xDrive40i liefert 340 PS und 450 Newtonmeter ab, genug für eine Nullhundertzeit von 5,5 Sekunden und ein Maximaltempo von 243 km/h. Abgeregelte 250 km/h macht der 4,4-Liter-V8 den BMW X5 xDrive50i schnell, auf dessen 462 PS und 650 Newtonmeter sich bei uns jedoch niemand freuen sollte – er wird in Europa nicht angeboten. Dafür aber die beiden Diesel im xDrive30d und X5 M50d. Mit jeweils 2.993 Kubikzentimeter Hubraum tritt der Erstgenannte mit 265 PS und 620 Newtonmeter an – 230 km/h, 6,5 Sekunden. Die M-Variante: 400 PS, 760 Nm, 250 km/h, 5,2 Sekunden. Alle Motoren erreichen natürlich die ab September geltende Abgasnorm Eu6d-TEMP.

BMW X5 (G05) getarnt
So testet BMW den neuen SUV 1:00 Min.

Angesichts des bereits bisher recht mächtigen Auftritts fallen die Zuwächse bei den Abmessungen moderat aus. Der Radstand wächst um 42 auf 2.975 Millimeter, die Außenlänge um lediglich 36 auf 4.922 Millimeter. Deftiger ist der Breitenzuwachs auf künftig 2.004 Millimeter, ein Plus um fast sieben Zentimeter. Und auch nach oben geht es ein bisschen, um 1,9 auf insgesamt 174,5 Zentimeter.

Ausstattung und Technik des neuen BMW X5

Eine der technischen Innovationen der neuen Generation ist das optionale Laserlicht mit adaptiven LED-Scheinwerfern. Die Reichweite des blendfreien Fernlichts wird damit auf einen halben Kilometer (!) erweitert. Damit die teure Technik auch im Stand zur Geltung kommt, gibt es blaue, x-förmige Zierelemente in den Scheinwerfern.

BMW Cockpit Operating System 7.0 BMW-Cockpit „Operating System 7.0” Digital-Anzeige für X5, 3er und Co.

Das Cockpit ist künftig volldigital, zwei Bildschirmeinheiten (Instrumentenkombi und das Control Display) sind zu einem gemeinsamen Display zusammengefasst. Ebenfalls im neuen Design zeigen sich die Klimasteuerung sowie die Mittelkonsole. Multifunktionssitze, optional mit Klimatisierung und Massagefunktion, sollen ebenso Oberklasse-Gefühl verbreiten wie die neue Vierzonen-Klimaanlage. Das aufpreispflichtige Panoramaglasdach hat nun 30 Prozent mehr Fläche als bisher. Besonders edel wird es mit dem „Sky-Lounge“-Glasdach, in dem per LED-Beleuchtung die Optik eines Sternenhimmels simuliert wird. Überhaupt – Ambiente-Beleuchtung: „Welcome Light Carpet“ heißt die Ausleuchtung des Einstiegsbereichs beim Öffnen der Türen, „Dynamic Interior Light“ eine speziell pulsierende Beleuchtung zum Beispiel bei einem Telefonanruf.

Digitale Dienste im neuen BMW X5

Ein neues Kapitel schlägt BMW im Hinblick auf die Alltags-Digitalisierung auf. Mit der integrierten SIM-Karte und laut BMW unbegrenztem Datenvolumen lassen sich Apps (zum Beispiel News, Wetter, Onlinesuche) nutzen, Applikationen von Microsoft Office nutzen (beispielsweise E-Mail per Spracheingabe) sowie die Vernetzung mit diversen digitalen Geräten vom Smartphone über Smartwatches bis hin zur Heimtechnik wie „Alexa“. Gratis gibt es das natürlich nicht, beim neuen X5 wird BMW erstmals Daten-Service-Pakete unter dem Namen „Connected Package Professional“ anbieten, die sich unabhängig vom Fahrzeugkauf für eine festgelegte Zeitdauer aktivieren lassen.

Außerdem feiert beim künftigen BMW X5 eine neue Funktion Premiere, der „BMW Digital Key“. Hier wird der in zahlreichen Smartphones bereits enthaltene NFC-Chip (Near Field Communication) zur Identfikation genutzt. Das Fahrzeug wird entriegelt, indem das Smartphone in die Nähe des Türgriffs gehalten wird. Starten lässt sich der X5 dann, sobald das Telefon in der entsprechenden Ablage platziert wird.

Die Preise für den neuen X5 hat BMW noch nicht genannt. In der neuesten Preisliste des aktuellen Modells startet der xDrive35i (der künftig vom xDrive40i ersetzt wird) bei 67.200 Euro, der xDrive30d bei 66.700 Euro und der X5 M50d bei 92.100 Euro. Wir rechnen mit einem Preisanstieg gegenüber den bisherigen vergleichbaren Modellen von mindestens 2.000 bis 3.000 Euro.

Sitzprobe von Chefreporter Jens Dralle

Eine Sitzprobe solle ich verfassen, wünschen sich die Online-Kollegen, immerhin stellt BMW den neuen X5 vor, jener SUV, ohne den die Marke heute sicher ein Problem hätte. Ein sehr großes vermutlich. Schließlich konnten die Bayern seit 1999 rund zwei Millionen Exemplare von den ersten drei Generationen absetzen, alle gebaut in Spartanburg, South Carolina, USA. Dort, in einer kleinen Werkstatt, steht nun Projektleiter Johann Kistler, erzählt von der Freude am Fahren, die der Neue erlebbar machen soll – natürlich.

BMW X5 2018 Neuvorstellung Foto: BMW
BMW zeigt uns erstmals den neuen X5 im Serientrimm.

Um seine Glaubwürdigkeit zu unterstreichen, erwähnt er zufällig seinen ersten BMW-Dienstwagen: Ein 323i Baureihe E21. Kistler arbeitet seit 1978 bei BMW, verantwortete zuletzt die aktuelle Fünfer-Generation. Jetzt steht Ingenieur an der erneut zwei geteilten Heckklappe, drückt eine Taste an der linken Laderaum-Verkleidung. Und zerstört so das Thema mit der Sitzprobe. Der Spieltrieb erwacht. Kistler und sein Team haben eine Lösung gefunden, die Laderaumabdeckung bei Nichtgebrauch zu verräumen. Ausbauen und im Ladeboden verstecken? Pah. Das kann ja schon der 5er Touring. Sie verschwindet per Knopfdruck im Tiefgeschoss, fährt an Schienen per Seilzug herunter, eine Klappe öffnet sich, Rollo rein, Klappe zu – fertig.

„Das hat uns ganz schön Nerven gekostet, da so etwas natürlich eine potenzielle Quelle für Störgeräusche ist“, sagt Kistler – und schiebt sofort mit größtmöglicher Überzeugung nach: „Aber das haben wir im Griff“. Tolle Idee, wirklich. Over-engineered? Vielleicht. Wer sich jedoch als Premium-Hersteller profilieren will, muss was Besonders bieten. Und besonders, ja, da ist dieses Detail definitiv. Weniger innovativ: Das Trennnetz zur Rücksitzbank. Es muss ganz old school per Hand aufgespannt werden. Mehr hat der X5 nicht zu bieten? Doch. Im Laderaum. Antirutsch-Schienen, vier Stück, die mit dem Laderaumrollo im Paket angeboten werden. Sie bestehen aus einer Aluminium-Einfassung und einem Gummi-Kern. „Ein Extender sorgt dafür, dass sich das Gummi nach oben wölbt und so das Ladegut sichert,“ erklärt Kistler. Wann? Sobald sich das Auto bewegt. Steht es, integriert sich das Gummi flach in den Alurahmen, so kann Gepäck leicht ein- und ausgeladen werden. Ach ja: Steht der X5 an einem Hang, registriert ein Sensor dies – und sorgt ebenfalls dafür, dass sich das Gummi aufwölbt. Tolle Idee, wirklich. Over-engineered? Vielleicht. Wer sich jedoch… ah, das hatten wir ja bereits.

BMW X5 2018 Neuvorstellung Foto: BMW
Die Laderaumabdeckung verschwindet auf Knopfdruck per Aufzug im Keller, in den Laderaumschienen wölben sich bei Bedarf Gummileisten auf, um das Gepäck an Ort und Stelle zu halten.

Gut. Kommen wir zum großen Ganzen, das erfreulicherweise gar nicht mal so viel größer geriet. Das Gewicht soll sich auf dem Niveau des Vorgängers bewegen, ausstattungsbereinigt, versteht sich. Daraus ergibt sich ein etwas besseres Raumgefühl, das ohnehin nie so schlecht war, denn vor allem die großen Glasflächen lassen viel Licht in das Interieur. Apropos: Ein nochmals größeres Panorama-Dach kann ebenfalls bestellt werden, umrandet mit einer durchgehenden LED, die Licht auf Folie im Glas projiziert, deren Muster so einen Sternenhimmel suggeriert. Kann bislang nur BMWs Topmodell, der Siebener. Aber eigentlich geht es ja um die Freude am Fahren, geht aber noch nicht.

Also doch nur eine Sitzprobe hinterm Lenkrad. Zwei 12,3 Zoll große Monitore zählen zur Serienausstattung, mit dem Infotainment-System lassen sich Alexa-fähige Endgeräte über das Auto bedienen. Auch skypen ist möglich. Nun ja. Fahren. Da war doch was. Die Sitzposition? Passt, der X5 integriert dich BMW-typisch, der Komfortsitz lässt sich vielfach einstellen. Das haben sie nicht verlernt – schön. Los jetzt? Kistler referiert derweil über die verfügbaren Fahrwerkstypen. Standard: Adaptive-Dämpfer und Stahlfedern. Optional: Sportfahrwerk, Zweiachs-Luftfederung (bislang nur Hinterachse), elektromechanische Wankstabilisierung und Hinterachslenkung, Offroad-Paket mit Sperrdifferenzial an der Hinterachse. Ebenfalls optional: Zwei zusätzliche Sitze im Laderaum. Womit wir wieder am Heck des X5 wären, in dem beim Fotofahrzeug aber die neuen Laderaum-Features statt Klappsitzen stecken. Diese Sitzprobe entfällt also tatsächlich.

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Neuester Kommentar

Ich werde in so einem Ding wohl nie drinsitzen als potentieller Käufer, weil mir die BMW-Fuzzies - meist ganz einfach gestrickte Jungs - weit zu überheblich sind und weil diese bayerischen Persönlichkeitsprothesen viel zu teuer sind. Wie ich schon mehrfach hörte, soll der Kundendienst eine weitere Katastrophe sein. Nix da mit BMW, teilweise ganz gute Autos, aber alles drumherum inakzeptabel.

Nabob 7. Juni 2018, 20:55 Uhr
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