BMW Z29

Bayerischer Leicht-Sinn

Foto: BMW 5 Bilder

Der Z29 von BMW ist ein reiner Prototyp mit optischen Parallelen zum Z4 Coupé - aber null Chance auf spätere Serienfertigung. Beim Leichtbau-Coupé werden neue Materialien eingesetzt, die später auch in die Serie einziehen.

Das vier Meter lange Leichtbau-Coupé mit Kohlefaser-Monocoque und 343 PS starkem M3-Motor wiegt leer 1.160 Kilogramm und bringt es so auf 3,4 Kilogramm pro PS - ein Wert, den sonst nur viel stärkere Sportwagen wie ein Porsche 911 Turbo (480 PS) oder ein Ferrari 612 Scaglietti (540 PS) schaffen.

Doch BMW will dem Trend zur Leistungsexplosion nicht vorbehaltlos folgen und versucht deshalb, seine Kompetenz im eigenen Technologiezentrum Landshut beim Thema Leichtbau zu stärken: Z8 und Rolls-Royce Phantom mit Alu-Space-Frame haben den Anfang gemacht, danach folgten der Fünfer mit Alu-Vorderwagen sowie M6 und M3 CSL mit Kohlefaserdächern.

Der erhöhte Einsatz von Kohlefaser spart Gewicht

Der zweisitzige Prototyp Z29 wiegt rund 200 Kilogramm weniger als ein Dreier, allein bei der Alu-Hinterachse konnte das Gewicht um 30 Prozent auf insgesamt 42 Kilogramm reduziert werden. Front- und Heckmodul der Karosserie bestehen ebenfalls aus Aluminium und werden mit dem Monocoque verschraubt. Die nach oben aufschwingenden Türen, in Modulbauweise mit einer Innen- und Außenstruktur gefertigt, werden dagegen an je einem Scharnier gehalten.

Leichtbau-Glasscheiben, trägerlose Wischerblätter und eine Instrumententafel als tragendes Teil, das von den Luftschläuchen der Heizung aufgenommen wird, sind weitere Maßnahmen zur Gewichtsreduzierung. Und auch in den Radhäusern, der Wärme-Isolierung und der Auspuffanlage haben die Techniker überflüssige Pfunde gefunden.

Mit dem in die Fahrzeugmitte gerückten M3-Motor und dem Sechsgang-SMG-Getriebe geht es in dem kleinen Coupé so richtig voran: 4,4 Sekunden benötigt der BMW von null auf 100 km/h, drei Sekunden für den Spurt von 80 auf 120 km/h. Und wer freie Fahrt auf der Autobahn hat, kann es auf eine Spitze von 270 km/h bringen. Schade nur, dass der Vorstand sich mit der offiziellen Entscheidung für ein neues Sportwagenprojekt nicht so leicht tut.

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