Börse

Index-Regeln nach VW-Kapriolen verschärft

Foto: dpa

Nach den Kurskapriolen der Volkswagen-Aktie hat die Deutsche Börse ihre Indexregeln verschärft. Künftig müssen mindestens zehn Prozent der Aktien aller Mitglieder wichtiger Indizes - wie dem DAX - frei handelbar sein, wie die Börse am Montag (24.11.) in Frankfurt mitteilte.

Bislang lag die Schwelle bei fünf Prozent. Zudem will die Börse alle meldepflichtigen Termingeschäfte, mit denen sich ein Aufkäufer eines Unternehmens Anteile sichert, bei der Berechnung des frei handelbaren Anteils berücksichtigen. Bei Volkswagen hatte Porsche mitgeteilt, mehr als 70 Prozent der VW-Stammaktien direkt zu besitzen oder über Derivate an möglichen Kurssteigerungen beteiligt zu sein. Rund 20 Prozent der Aktien hält das Land Niedersachsen.

Experten zufolge könnte Volkswagen je nach Kursverlauf zunächst von einem Rauswurf aus dem deutschen Leitindex verschont bleiben, weil die Optionen von Porsche nicht als meldepflichtig gelten. Grund: Sie haben keine automatische Lieferung der Aktien zur Folge, sondern können bar ausgezahlt werden. Nachdem Porsche seinen Anteil bekanntgegeben hatte, waren die Volkswagen-Stammaktien Ende Oktober in die Höhe geschossen, da Hedgefonds zuvor geliehene Aktien verkauft und damit auf fallende Kurse gewettet hatten. Wegen des hohen Porsche-Anteils konnten sie dann kaum noch ihre Positionen geradestellen. Zeitweise hatte das Volkswagen-Papier mehr als 1.000 Euro gekostet, der Autobauer war damit das teuerste Unternehmen der Welt und machte rund 30 Prozent des gesamten DAX aus. Der DAX soll als Börsenbarometer aber die Entwicklung aller bedeutenden Aktiengesellschaften in Deutschland widerspiegeln.

VW-Aktie nun bei knapp 300 Euro

In einer ersten Reaktion hatte die Deutsche Börse den Anteil von Volkswagen außerplanmäßig auf zehn Prozent begrenzt. Wenig später wurde das Regelwerk dahingehend geändert, dass eine schwankungsreiche Aktie komplett aus dem Index entfernt werden kann, wenn sie ein Gewicht von mehr als zehn Prozent erreicht. Volkswagen-Stammaktien sackten am Montag gegen den Trend zeitweise mehr als 14 Prozent auf 312,63 Euro ab.

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