Borg-Warner übernimmt Beru

Der Dieseltechnik-Spezialist Beru in Ludwigsburg wird für 372 Millionen Euro vom amerikanischen Autozulieferer Borg-Warner übernommen. Verkäufer sind die Vermögensgesellschaft Carlyle Group und die Familie Birkel.

Dies teilen die Unternehmen am Montag (2.11.) mit. Borg-Warner Germany sicherte sich 62,21 Prozent der Beru-Aktien und die Option auf noch einmal 0,82 Prozent. Der Preis pro Papier wurde mit 59 Euro angegeben. Den außenstehenden Aktionären bietet das US-Unternehmen 67,50 Euro je
Aktie.

Beru-Chef bleibt im Amt

Borg-Warner will Beru als eigenständiges Unternehmen fortführen. Eine rechtlich verbindliche Bestandsgarantie gebe es allerdings nicht, sagte Beru-Chef Marco von Maltzan. Er selbst werde an der Spitze des Unternehmens bleiben. "Ich gehe davon aus, dass ich meinen Vertrag erfülle." Sein Vertrag läuft bis Anfang 2008.

"Diese strategische Akquisition wird unsere Technologieführerschaft bei Dieselmotoren deutlich ausbauen und unsere Kompetenz bei elektronischen Motorsteuerungen und Sensoren stärken", sagte Borg-Warner-Chef Timothy M. Manganello. "Mit immer schärferen Abgasnormen wird sich die Nachfrage nach leichten Dieselfahrzeugen in den nächsten Jahren weltweit beschleunigen."

Beru ist ein führender Anbieter in der Dieselkaltstart-Technologie, Zündungstechnik, Elektronik sowie Sensorik und beliefert nahezu alle Automobilhersteller. In der Dieselsparte von Beru sind 1.500 Menschen beschäftigt. Die Sparte Reifendruckkontrolle werde abgespalten und weiterverkauft, hatte es geheißen. Beru hatte im Geschäftsjahr 2003/2004 (31. März) den Umsatz um 16 Prozent auf 354,5 Millionen Euro gesteigert. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern legte um mehr als 30 Prozent auf 53,4 Millionen Euro zu. Insgesamt hat Beru 2.700 Mitarbeiter.

Borg-Warner ist nach eigener Darstellung ein führender Hersteller von High-Tech-Komponenten und Systemen für den Antrieb in Fahrzeugen. Das Unternehmen unterhält Fertigungsstätten und technische Einrichtungen an 43 Standorten in 14 Ländern. Die Borg-Warner-Gruppe erwirtschaftete Beru zufolge im Jahr 2003 mit 14.300 Mitarbeitern in 14 Ländern einen Umsatz von umgerechnet 2,4 Milliarden Euro. In Deutschland beschäftige Borg-Warner rund 3.000 Mitarbeiter.

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