Bosch

Blaupunkt wird an Finanzinvestor Aurelius verkauft

Autoradio New Jersey MP68 von Blaupunkt Foto: Blaupunkt

Die traditionsreiche Autoradio-Marke Blaupunkt kommt in die Hände eines Finanzinvestors. Der bisherige Eigentümer Bosch verkauft das Verbraucher-Geschäft mit den drei ausländischen Werken und der Zentrale in Hildesheim an die Beteiligungsgesellschaft Aurelius aus München.

Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden, teilte Aurelius am Donnerstag (18.12.) mit. Das deutlich größere Erstausrüster-Geschäft mit den Autokonzernen verbleibt aber bei Bosch. In diesem Jahr erzielte Blaupunkt einen Umsatz von rund 200 Millionen Euro, machte dabei aber Verlust, wie ein Bosch-Sprecher sagte. Die Marke hat neben Autoradios, Lautsprechern und Antennen auch Navigationsgeräte im Programm. Gefertigt wird in Portugal, Tunesien und Malaysia.

Das Geschäft mit den Verbrauchern unter dem Markennamen Blaupunkt machte zuletzt nur noch ein Fünftel des Gesamtumsatzes aus, den Bosch in seiner Sparte "Car Multimedia" erwirtschaftet. Vier Fünftel des Geschäfts macht Bosch mit den Autobauern direkt. "Die im Handel zu kaufenden Autoradios sind vergleichsweise einfache Produkte", sagte ein Bosch-Sprecher. Die Erstausrüster-Radios entwickelten sich dagegen immer mehr zum komplexen Systemen, die eng mit anderen Komponenten der Fahrzeuge vernetzt seien. Die Geschäfte seien deshalb gut zu trennen. 1.800 Mitarbeiter von "Car Multimedia" wechseln zu Aurelius, 6.000 verbleiben bei Bosch.

In Deutschland sind 300 Beschäftigte am Hauptsitz Hildesheim betroffen. Bosch begründete die Wahl des Käufers unter anderem mit "Standort- und Beschäftigungsaspekten", ohne ins Detail zu gehen. Dem Sprecher zufolge gab es auch weitere Interessenten. Der Käufer Aurelius hat in den vergangenen Monaten mit der mehrheitlichen Übernahme des Spirituosenherstellers Berentzen Schlagzeilen gemacht. Angesichts von Verlusten werden dort Teile der Produktion verlagert und Arbeitsplätze abgebaut.    

Für Blaupunkt zeigte sich Aurelius-Chef Dirk Markus zuversichtlich: "Wir glauben fest daran, dass Blaupunkt auch zukünftig eine starke Position im Markt für Car Infotainment einnehmen wird." Mit dem Abschluss des Geschäfts wird Anfang Februar kommenden Jahres gerechnet.

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