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Bosch kooperiert mit Wetterspezialist Foreca

Das Popometer fürs autonome Auto

07/2018, Bosch Foreca Kooperation Foto: Bosch

Ein Mensch kann wetterbedingte Straßenzustände oft im Vorfeld abschätzen und das Fahrverhalten darauf einstellen. Bosch und der Wettervorhersage-Spezialist Foreca machen auch selbstfahrende Autos fit für diese Intuition.

30.07.2018 Bernd Conrad Powered by

Der Mensch lenkt und denkt nicht nur, er kann auch fühlen. Zumindest erfahrende Autofahrer und Autofahrerinnen haben zusätzlich zu den Augen und dem Gehirn auch ihr „Popometer“ eingeschaltet. Damit lassen sich Reaktionen des Autos, zum Beispiel auf rutschigem Untergrund oder bei der Zufahrt auf eine große Pfütze erkennen und fühlen. Jeder, der schon einmal Aquaplaning erlebt hat, kann das nachvollziehen.

Wenn in Zukunft selbstfahrende Autos auf den Straßen unterwegs sind, sehen und denken die Computergehirne darin wesentlich mehr als ein menschlicher Pilot. Kamera, Lidar-Systeme und Sensoren empfangen Signale von anderen vernetzten Autos und gleichen Navigationskarten und Echtzeit-Verkehrsinformationen mit der Realität vor dem und um das Auto herum ab. Nur das Gefühl muss einer künstlichen Intelligenz antrainiert werden. Das gelingt mit der Bereitstellung von Informationen.

Straßenzustandsinformationen für autonome Autos

01/2018, ZF Dream Car ZF Dream Car Auf der CES lernt ein Auto im Schlaf

Der Zulieferer Bosch möchte autonom fahrenden Autos dieses Gefühl durch eine Kooperation mit dem finnischen Unternehmen für Wettervorhersagen Foreca antrainieren. Petri Marjava, Verkaufsleiter bei Foreca, erklärt: „Die Kombination der Kompetenzen von Foreca und Bosch wird zu einer neuen Ära der Straßenzustandsprognosen führen. Im Gegensatz zu Wettervorhersagen in den Medien berücksichtigen die Straßenzustands-Services von Bosch mehrere mögliche Prognoseszenarien.“

Diese Services sollen schrittweise auf den Markt gebracht werden. Ab 2020 zunächst auf Basis von Wetterdaten, die später um Daten ergänzt werden, die vernetzte Fahrzeuge sammeln und weitergeben. Bosch geht davon aus, dass alleine zur Abdeckung der 80.000 deutschen Autobahnkilometer ungefähr 20 Millionen vernetzte Autos benötigt werden.

Auch Daten von ESP und Co. helfen mit

07/2018, Bosch Foreca Kooperation Foto: Bosch
Miteinander vernetzte Autos tauschen Informationen aus.

„Regen, Schnee, Eis – mit unseren vorausschauenden Straßenzustands-Services melden wir Gefahren, lange bevor es zu einer kritischen Situation kommt“, sagt Bosch-Geschäftsführer Dr. Dirk Hoheisel. „Ein automatisiertes Fahrzeug weiß so ganz genau, wo und wie es selbstständig fahren kann.“ So soll ein automatisiertes Fahrzeug künftig eine Entscheidung darüber treffen, wie es auf der Strecke, wenn zum Beispiel Aquaplaning oder Glatteis droht, weiterfährt und die Geschwindigkeit und das Fahrverhalten anpasst. Auch Daten, die im Auto gesammelt werden, werden in die Entscheidungsfindung mit einbezogen, darunter Werte des ESP, die Außentemperatur und die Aktivierung der Scheibenwischer.

Die Technologie von Bosch und Foreca kann nicht nur das Fahrverhalten von autonom fahrenden Autos nach Level 4 oder Level 5 beeinflussen. Auch schon in einem früheren Stadium der Automatisierung, zum Beispiel beim Autobahnassistenten, können die Daten für die adaptive Geschwindigkeitsregelung und andere Systeme herangezogen werden.

Neuester Kommentar

Sehr geehrter Herr Conrad

ca 3500 Tote Verkehrsteilnehmer sind 3500 Tote auf unseren Straßen zu viel.
Wir müssten uns nicht mit steigenden Unfallzahlen abgeben, wenn die
KFZ. Industrie endlich ihre Autos s e r i e n m ä ß i g mit einem Notbremssystem ausrüstet !!!!
Aber diese Industrie ist nicht in der Lage diese Sicherheit zu realisieren.
Bei einem serienmäßigen Einbau kostet dieses System nicht einmal 150,- Euro.
Wir fahren seit 1969 zum Mond und unsere Autoindustrie ist bis heute nicht in der Lage
solche Systeme serienmäßig einzubauen.
„ Vorsprung durch Technik „ ist eine Beleidigung für jeden Verkehrstoten auf der Welt !!!
Wir brauchen kein autonomes Auto sondern nur eine kleine Technik die vielen Autofahrern,
Fußgängern und Radfahrer das Leben rettet. Autonome Autos kann sich nur die Oberschicht leisten.
Der einfache Autofahrer kann nur hoffen , dass er am Leben bleibt!!
Unser Verkehrsminister sollte sich lieber um anderes kümmern, statt unser Geld für die „arme“ Autoindustrie auszugeben.
Ohne Notbremssyteme dürfte aus Sicherheitsgründen k e i n Elektroauto auf die Straße !
Auch da hat Deutschland und die gesamte EU geschlafen!! ( gute Lobbyarbeit der KFZ Industrie)
Unseren Politikern sind 3500 Tote in Deutschland oder Weltweit über 1 Million
sowieso egal ! Leider tun auch die Medien sehr wenig, dass die Hersteller solche Systeme einbauen.

Mit freundlichen Grüßen

Rudolf Berberich
Königsberger Strasse 30
63920 Großheubach

RuBe 15. August 2018, 13:17 Uhr
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