BP und die Ölkatastrophe

BP schließt Verkauf von Aral aus

Logo Aral Foto: dpa

Der britische Ölkonzern BP hat erneut Berichte über einen geplanten Verkauf von Tankstellen zurückgewiesen. Diesmal ging es um den deutschen Ableger Aral.

Das zusätzliche Geld, das der Konzern wegen der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko braucht, werde hauptsächlich aus Verkäufen in der Produktionssparte kommen, sagte ein BP-Sprecher am Samstag (31.7.) in London. Der Service-Bereich stehe derzeit nicht zur Debatte. BP kommentiere solche Spekulationen aber grundsätzlich nicht weiter.

Wert von Aral beträgt zwei Milliarden Dollar

Das Magazin "Wirtschaftswoche" berichtet unter Berufung auf beteiligte Investmentbanker, BP wolle die Tankstellenkette Aral verkaufen. Die Banker schätzten den Wert von Aral mit seinen 2.500 Tankstellen auf gut zwei Milliarden Euro, heißt es in der Zeitschrift. Als mögliche Interessenten wurden der französische Mineralölkonzern Total, der europäische Tankstellenverbund Avia und der russische Ölkonzern Rosneft genannt.

BP will in den kommenden 18 Monaten Besitz im Wert von bis zu 30 Milliarden US-Dollar (23 Milliarden Euro) verkaufen, um die Kosten für die Ölpest im Golf von Mexiko bezahlen zu können. In den vergangenen Tagen hatte es geradezu schlechte Nachrichten gehagelt. Erstmals seit 1992 hatten die Briten am Dienstag rote Zahlen vermelden müssen. Von März bis Juni erzielte BP einen Rekordverlust von 17,2 Milliarden US-Dollar. Der umstrittene Vorstandschef Tony Hayward kündigte an, zum 1. Oktober den Spitzenposten für Robert Dudley freizugeben.

BP-Tankstellen in den USA sollen umbenannt werden

Unterdessen wird unter den Betreibern der BP-Tankstellen in den USA der Ruf nach einer Namensänderung lauter, nachdem sie zum Teil extreme Umsatzeinbußen und Schäden durch Vandalismus hinnehmen mussten. Immer mehr Tankstellenbetreiber forderten eine Rückkehr zum alten Namen und Logo Amoco, um wieder mehr Kunden anzuziehen und ihr Image aufzubessern, sagte der Chef des US-Händlerverbandes für die BP-Tankstellen, John Kleine, der britischen Zeitung "Sunday Telegraph". BP war 1998 mit dem US-Ölkonzern Amoco zusammengegangen und hatte die Marke an den Zapfsäulen danach durch das BP-Logo ausgetauscht.

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