Brose übernimmt von Conti Elektromotoren-Sparte

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Continental trennt sich von mehreren Werken des kürzlich übernommenen Konkurrenten Siemens VDO. Die Sparte Electric Motor Devices sowie das Kühlerlüftergeschäft der Continental werden an das Coburger Unternehmen Brose verkauft, teilte Conti am Donnerstag (20.12.) in Hannover mit.

Betroffen seien weltweit mehr als 4.000 Mitarbeiter, davon knapp 1.800 in Deutschland.

Diese Lösung trage "den Interessen der Kunden sowie der Beschäftigen Rechnung", sagte Conti-Chef Manfred Wennemer laut einer Mitteilung. "Wir halten damit unsere Zusage ein, im Rahmen der Integration der bisherigen Siemens VDO so rasch wie möglich Entscheidungen zu treffen, um mögliche Unsicherheiten zu beseitigen." Die Kartellbehörden müssen der Transaktion noch zustimmen.

Conti hatte die 11,4 Milliarden Euro schwere Übernahme von Siemens VDO Anfang des Monats abgeschlossen. Die Gewerkschaften hatten den Verkauf kritisiert, da sie bis zu 7.000 Arbeitsplätze gefährdet sehen.

Brose zahlt unter Tarif

Brose sicherte laut der Mitteilung zu, "die mit Belegschaftsvertretern bestehenden Vereinbarungen" zu übernehmen. Die IG Metall Bayern begrüßte die Übernahme der Tarifverträge. Die Gewerkschaft hatte befürchtet, dass der neue Inhaber den vor zweieinhalb Jahren ausgehandelten Ergänzungstarifvertrag in Würzburg kippen werde. Damals hatten die Mitarbeiter auf einen Teil ihres Gehalts verzichtet, um ihre Jobs bis 2010 zu behalten. Brose sei für das Würzburger Werk sogar eine Chance, hieß es. Von der Übernahme sind auch Beschäftigte in Nürnberg, Berlin und Oldenburg betroffen.

Brose war Mitte 2006 aus dem Verband der Bayerischen Metall- und Elektroindustrie (VDM) ausgetreten. Seitdem ist das Unternehmen Gewerkschaftssprecher Matthias Jena zufolge ohne Tarifbindung. "Nach unserem Kenntnisstand zahlt Brose zehn Prozent unter Tarif." Zudem versuche die Firma, mit den Beschäftigten in Einzelverträgen längere Arbeitszeiten durchzusetzen.

Für den Standort Würzburg rechnet Betriebsratschef Willi Sedelmayer damit, dass eine eigene Gesellschaft gegründet wird. Diese soll in den VDM eintreten. So seien die Tarifverträge und die betriebliche Altersvorsorge gesichert. Grundsätzlich sei der Betriebsrat mit dem Verkauf zufrieden und sehe Brose als Chance, dass das Werk nicht zerlegt wird. In dem Würzburger Werk werden ausschließlich Elektromotoren für die Autoindustrie hergestellt - etwa 120.000 am Tag, die teilweise auch an Brose gehen. Die Beschäftigten sollen am Freitag in einer Betriebsversammlung über die Entwicklung informiert werden.

Der oberfränkische Automobilzulieferer beschäftigte rund 9.800 Menschen an etwa 40 Standorten weltweit, in Coburg etwa 2.500. Der Spezialist für mechatronische Systeme in Fahrzeugtüren und Fahrzeugsitzen rechnet für das laufende Geschäftsjahr 2007 mit einer Umsatzsteigerung von rund vier Prozent auf 2,5 Milliarden Euro. Zum Gewinn äußert sich das Unternehmen grundsätzlich nicht. Über die Hälfte des Umsatzes macht der Autozulieferer nach eigenen Angaben außerhalb Deutschlands.

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