Bugatti-Zukunft

Aus für den W16! Kommt ein SUV?

Bugatti Galibier Foto: Bugatti 38 Bilder

Bugatti-Chef Stephan Winkelmann sieht in der Zukunft mehr als nur ein Modell seiner Marke, skizziert aber auch schon das Aus des W16-Motors. Gegenüber dem australischen Automagazin „Car-Advice“ sagte er: „Für mich ist die Marke bereit, mehr als nur ein Modell anzubieten.“ Jetzt konkretisierte er die Pläne.

Der erst seit Januar 2018 amtierende Bugatti-Boss hat erneut das Thema SUV und Hybridisierung der Luxusmarke angesprochen. Damit schürte die schon seit vielen Jahren schwelenden Gerüchte um eine weiteres Modell der Marke.

Bugatti Galibier: Kommt, kommt nicht

Rückblende: Bereits 2009, damals unter der Leitung von Wolfgang Dürheimer, hatte Bugatti einen Blick in die Zukunft gewagt und mit dem Galibier die Studie einer viertürigen Luxus-Limousine präsentiert. Angeblich sollte es die Produktionsfreigabe für die Limousine gegeben haben, die 2012 in einer Auflage von bis zu 1.500 Modellen auf den Markt kommen und über eine Million Euro kosten sollte. Noch Anfang 2012 sollte es eine Hybrid-Version geben, um die „soziale Akzeptanz“ zu gewährleisten.

Bugatti 16 C Galibier mit 1.000 PS
Die stärkste Limo der Welt

Gegenüber auto motor und sport sagte Dürheimer damals, der Hybrid-Galiber habe eine rein elektrische Reichweite von 40 Kilometern. Sein Nachfolger Wolfgang Schreiber kassierte das Modell. Man habe viel diskutiert, viele Male, „aber dieses Auto wird nicht kommen ... es würde unsere Kunden verwirren“, sagte er 2014 dem britischen Magazin „Top Gear“ und ergänzte: „Es wird keinen viertürigen Bugatti geben.“

Winkelmann: „Eine Limousine ist sehr glaubwürdig“

Lamborghini Urus (2018) Fahrbericht Lamborghini Urus Fahrbericht So fährt der Extrem-SUV

Anders äußert sich Winkelmann vor wenigen Wochen. Eine Limousine im Stile des Bugatti Royale von 1927 sei „sehr glaubwürdig“. Er wisse, dass es vielen Leuten gefallen würde. Vor dem Hintergrund rückläufiger Verkäufe in dem Segment der Luxus-Limousinen rückt indes eine andere Karosserieform in den Fokus. Ein Bugatti SUV. Winkelmann hat schon bei Lamborghini weiter über den Tellerrand geschaut – der Urus gilt als sein Kind, seine Idee. Der „Automotive News Europe“ sagte Winkelmann am Rande des Autosalons in Paris nun, „zur Diskussion stehen eine Reihe von Chassis– und Motorvarianten sowie ein SUV, die zur Zielgruppe des Milliardärs passt.“

Die Nachfrage nach exklusiven Autos sei weitgehend von einer Autoindustrie abgekoppelt, die mit verschärften Emissionsregulierungen und wachsenden Handelshemmnissen kämpfte. Autos wie der Divo, Ferrari Monza oder Aston Martin Valkyrie konkurrierten mehr mit Käufen von Luxus-Appartements oder Yachten als mit erschwinglichen Transportmittel. Mit wenigen finanziellen Einschränkungen suchen solche Käufer nach Vermögenswerten, die zu wertvollen Sammlerstücken werden könnten.

Aber, so insistierte er früher, „es ist klar, dass wenn wir etwas anderes machen als einen Supersportwagen, etwas anderes als den Chiron, dann wäre es nicht genug, nur in einen Auto-Typ verliebt zu sein. Wir würden uns jede Karosserieform genau anschauen und auch die regionale Nachfrage.“ Man werde kein Geld in etwas investieren, das verblasse. Und jedes Bugatti-Modell müsse so positioniert sein, dass es den ultimativen Leistungs-Level bietet – egal, um welches Auto es sich handle.

Aber, der Mutterkonzern Volkswagen hat aktuell eine ganz andere Agenda. „Die Gruppe investiert aktuell erheblich ins autonome Fahren und Elektroautos“, so Winkelmann. Aber „die Erweiterung von Bugatti “muss wirtschaftlich machbar sein„, bisher wurde sie als Paradebeispiel für das exzessive VW-Entwicklungsbudget unter dem Vorgänger-Management verspottet. “Wir müssen unseren Aktionären ein überzeugendes Argument einfallen lassen, der die damit verbundene Investition rechtfertigt.„

W16-Motor am Ende?

Und was bedeutet das für die Zukunft des betagten 8,0-Liter großen W16-Motors bei Bugatti? “Früher oder später wird die Gesetzgebung jeden dazu zwingen, radikale Schritte zu unternehmen„, so Winkelmann früher. Und einer dieser Schritte wird sein, dass es für den im Veyron 2005 eingeführten Monstermotor keine Zukunft gibt. “Es wird keinen neuen 16-Zylinder geben, das wird der letzte seiner Art. Es ist ein unglaublicher Motor und wir wissen, dass es eine große Begeisterung dafür gibt, jeder möchte ihn für immer haben, ihn entwickeln. Wir werden unser Möglichstes tun, um ihn am Leben zu erhalten. Aber wenn du mit fortgeschrittener Technologie auf dem neuesten Stand sein willst, ist es wichtig, den richtigen Zeitpunkt zur Veränderung zu finden„, erklärt der Bugatti-Boss.

Bugatti Chiron Sport Foto: Bugatti
Der W16 im Bugatti Chiron Sport: Für den Achtliter wird es noch eine Leistungsspritze geben. Wir mutmaßen um die 200 PS.

Allerdings muss die Elektrifizierung des Antriebstrangs mit der Leistung des W16 mithalten können. “Wenn das Gewicht der Batterien, so wie derzeit, dramatisch sinkt und man die Emissionen auf ein akzeptables Niveau reduzieren kann, dann ist die Hybridisierung eine gute Sache„, sagt er. “Aber es muss eine glaubwürdige Lösung für die Leute sein, die Bugattis kaufen.„

Mehr Power für den W16!

Dass der Tod des Sechszehnenders nicht unmittelbar bevor steht, dürfte indes auch klar sein. Schließlich hat Bugatti eben erst den Divo präsentiert und noch nicht alle Chiron-Modelle ausgeliefert. Analog zum Veyron dürften in den nächsten Jahren noch eine offene Version des Chiron sowie weitere Leistungsstufen das Modell jung halten. “Ich denke, das Rennen um mehr Leistung ist noch nicht vorbei„, resumiert Winkelmann.

In unserer Fotoshow zeigen wir Ihnen das neueste Modell von Bugatti, den Divo!

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