Bush trifft auf US-Autoindustrie

Foto: dpa

Nach mehreren fehlgeschlagenen Anläufen soll es jetzt Mitte November im Weißen Haus zum Treffen der US-Autobosse mit Präsident Bush kommen. Themen dort: Gesundheitskosten, neue Energieformen, Handel.

Vor einigen Wochen hatte GM-Boss Rick Wagoner die US-Regierung heftig attackiert, ihr vorgeworfen, durch ihre Passivität in Sachen Gesundheitskosten und ihre Unentschlossenheit bezüglich der Regelung von Umweltstandards die Wettbewerbssituation speziell der US-Hersteller GM, Ford und Chrysler zu gefährden und tausende Jobs in der Autoindustrie zu vernichten. Wagoners Attacke war damals ein verschobenes Treffen mit Präsident George W. Bush vorausgegangen.

Nun gibt es also einen neuen Anlauf. Bestätigt ist der Termin noch nicht, laut Herstellerkreisen wurde aber der 14. November ins Auge gefasst. Im Vorfeld des jetzt bekannt gewordenen Termins hat der Stabschef des Weißen Hauses moderate Töne anklingen lassen und einem Radiosender gesagt, dass speziell in Sachen Gesundheitsvorsorgekosten eine Form der Unterstützung für die US-Hersteller gefunden werden müsse. Mit allzu viel Hoffnung werden die Chefs der Big Three dennoch nicht anreisen: Parallel zu den beschwichtigenden Tönen aus der Bush-Adminstration, äußert sich der Präsident in einem Fernsehinterview ziemlich unmißverständlich zum Thema das Gesundheits- und Pensionslasten. Hier sei die Industrie einen Kontrakt mit den Beschäftigten eingegangen, "und den sollen sie auch einhalten."

Bush zeigt die kalte Schulter

Genau das fällt den US-Herstellern angesichts bröckelnder Marktanteile immer schwerer. Derzeit drücken Gesundheitskosten in Größenordnung von zehn Milliarden Dollar auf die Bilanzen der Big Three. Mit 5,3 Milliarden Dollar schultert dabei General Motors die höchsten Lasten. Bis 2009 werden die Kosten auf 7,4 Milliarden Dollar steigen. Eine Summe, die angesichts des brutalen Wettbewerbdrucks im Autosektor kaum zu tragen ist. Zum Vergleich: Ford gibt aktuell 3,5 Milliarden Dollar für Gesundheitsvorsorge für seine Mitarbeiter und Rentner aus.

Ford und GM haben angesichts ihrer angeschlagenen wirtschaftlichen Lage Sondervereinbarungen mit den Gewerkschaften ausgehandelt, die gewisse Erleichterungen bringen. Was wiederum bei Chrysler für Ärger sorgt. Weil es der US-Tochter des Daimler-Chrysler Konzerns noch nicht ganz so mies geht wie der Konkurrenz, wurden Sonderregelungen für Chrysler bislang verweigert.

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