Carl-Peter Forster

Insignia als Botschafter

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Mit der Oberklasse-Studie Insignia will Opel-Chef Carl-Peter Forster über die klassischen Fahrzeugkonzepte hinaus.

Wie wichtig ist es für Opel, mit einem Modell wie dem Insignia im Bereich der Oberklasse präsent zu sein?

Forster: Es ist wichtiger, so ein Auto überhaupt zu haben, als damit viel Volumen zu machen. Als Botschafter ist es wichtig, weil es die Spitze der technischen Möglichkeiten zeigt. Außerdem verschafft man sich als Marke Zutritt zu Käuferschichten, die man ohne ein solches Modell nicht erreichen würde.

Wie hoch schätzen Sie das Volumen für den Insignia ein?

Forster: Wir sind nicht stückzahlenehrgeizig, sonst hätten wir uns auch eher auf ein Mainstream-Konzept konzentriert. Es ist noch nicht durchgearbeitet, aber für Europa wären 20.000 bis 30.000 Einheiten pro Jahr denkbar.

Haben Sie bereits endgültig entschieden, dass Sie ein solches Modell bringen werden?

Forster: Nein, das haben wir noch nicht entschieden. Aber wir beschäftigen uns damit. Von der zeitlichen Priorität
ist die Erneuerung der drei Grundmodelle und das Besetzen entscheidender Segmente wichtiger. Der Kern muss stimmen, bevor man sich an die Arabeske macht.

Der Omega ist ausgelaufen - haben Sie da überhaupt noch Zeit zum Nachdenken?

Forster: Wir müssen mit den Gegebenheiten umgehen, die im Moment gelten. Daraus werden wir eine Menge machen. Allerdings werden wir in Zukunft auch unsere strategische Planung verbessern. Jetzt müssen wir Prioritäten setzen und die vielfältigen Aufgaben nach und nach abarbeiten. Ich bin sicher, dass dies dem gesamten Team gelingen wird.

Wann fällt die Entscheidung?

Forster: Das hängt von verschiedenen Faktoren ab. Vom Zeitpunkt des Startschusses dauert es noch einmal drei Jahre. Es wird eine GM-weite Heckantriebs-Plattform entstehen, für die der Anstoß aus Australien gekommen ist. Dieser Komponentensatz als Basis ist für den Insignia denkbar.

Können Sie im umkämpften deutschen Markt mit einem Auto reüssieren, das in Australien entwickelt wurde?

Forster: Der Insignia wurde bei Opel in Rüsselsheim entwickelt. Verschiedene Komponenten aus dem Konzern einzuplanen, ist wirtschaftlich vernünftig und verkürzt die Zeit bis zur Serienreife.

Wie sieht Ihre strategische Planung generell aus?

Forster: Wir wollen Opel Stück für Stück an Kundengruppen heranführen, bei denen wir noch gar nicht waren oder die wir lange nicht mehr zu unseren Kunden gezählt haben. Wir wollen zusätzlich zu den traditionellen, angestammten Segmenten neue Marktpositionen einnehmen.

Sie wollen zu 40 Prozent klassische Autos, zu 40 Prozent innovative Konzepte und zu 20 Prozent Nischenmodelle bauen. Wie sehen die aus?

Forster: Im Grunde ist damit alles gemeint, was über die klassischen Konzepte hinausgeht. Die Form des Signum ist da ein Beispiel für ein intelligentes Karosseriekonzept.

Fehlen Ihnen nicht noch Varianten im Segment großer Crossover-Autos?

Forster: Da fehlt uns etwas, und daran arbeiten wir auch.

Wird so ein Modell in eine Insignia-Familie gehören?

Forster: Nein. Wir werden aufpassen und Opel preislich nicht zu weit oben positionieren. Wir denken eher an das Segment, in dem etwa ein Toyota RAV4 fährt. Wir wollen unter Nutzung der GM-Konzern-Ressourcen ein Auto entwickeln, das die neue Opel-Designsprache spricht und als typisches Modell unserer Neuausrichtung identifiziert werden kann.

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