Cerberus

Radikale Jobkürzungen bei Chrysler

Der Finanzinvestor Cerberus setzt beim kürzlich übernommenen US-Autobauer Chrysler zu weiteren harten Einschnitten an und streicht nochmals Tausende von Jobs. Zusätzlich zu den noch vom früheren Alleineigentümer Daimler-Chrysler im Februar geplanten 13.000 Stellenkürzungen sollen weitere bis zu 11.000 Arbeitsplätze wegfallen.

"Die Marktsituation hat sich in den vergangenen acht Monaten dramatisch verändert", begründete Chrysler-Chef Bob Nardelli am Donnerstag (1.11.) in Detroit den drastischen Schritt. Die Angaben über die aktuelle Zahl der Chrysler-Mitarbeiter variieren je nach Art der Beschäftigungsverhältnisse. Die Auto-Gewerkschaft vertritt rund 48.000 Beschäftigte des Konzerns. In fünf US-Fabriken will der drittgrößte US-Autokonzern nach General Motors und Ford nun komplette Schichten streichen, in weiteren Werken soll die Produktion auf andere Weise zurückgefahren werden. Chrysler-Präsident Tom LaSorda sagte laut einer Mitteilung, Chrysler müsse sich jetzt bewegen, um auf einen schrumpfenden Markt zu reagieren.

Modellpalette wird ebenfalls umgekrempelt

Auch die Modellpalette krempeln die neuen Eigentümer kräftig um. Vier Modelle - der Dodge Magnum, die Cabrio-Version des Chrysler PT Cruiser, der Chrysler Pacifica und der Chrysler Crossfire - werden im kommenden Jahr eingestellt. Im Gegenzug will Chrysler mit vier neuen Modellen der Absatzkrise entgegenwirken. Zwei der neuen Autos - der Chrysler Aspen und der Dodge Durango - sollen mit einem Hybridantrieb ausgestattet sein.

Im einzelnen sollen nach dem Kürzungsplan im nächsten Jahr zwischen 8.500 und 10.000 Schichtarbeiter-Jobs in der Produktion und weitere rund 1.000 Positionen für Angestellte gestrichen werden. Im Februar hatte die frühere Daimler-Chrysler AG einen Sanierungsplan aufgelegt, dem insgesamt 13.000 Stellen zum Opfer fallen.

Erst vor kurzem hatte sich Chrysler mit der Gewerkschaft auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt. Er sollte mit deutlichen Zugeständnissen der Arbeitnehmerseite die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens ermöglichen.

Der Finanzinvestor Cerberus Capital Management hatte im August nach anhaltenden Problemen bei dem schwächelnden US-Autobauer 80,1 Prozent an Chrysler für rund 5,5 Milliarden Euro übernommen. Die restlichen 19,9 Prozent hält der bisherige Stuttgarter Mutterkonzern. Die transatlantische Autoehe war nach neun Jahren im Mai geschieden worden.

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