Chef-Schecker

Das verdienen die Ford-Bosse

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Die Mitarbeiter sollen gute Stimmung für Ford in den USA machen, die dicken Schecks streichen die Chefs ein: Wie aus jetzt veröffentlichten Zahlen hervor geht, haben die sieben Ford-Top-Verdiener 2006 rund 64,26 Millionen Dollar an Gehältern, Aktienoptionen und sonstigen Zuwendungen kassiert.  

Die beruhigende Nachricht für den Manager-Nachwuchs aus den aktuellen Ford-Zahlen: Auch wenn es dem Unternehmen mies geht, das Überleben nicht gesichert ist und ein Wirtschaftsjahr mit Milliardenverlusten endet, bedeutet das noch lange nicht, dass die Unternehmensspitze darben muss.

Verschiedentlich hatte es in den vergangenen Wochen um Manager-Privilegien bei Ford wie Privat-Flüge mit dem Firmenjet heftige Diskussionen gegeben. Die nun veröffentlichten Zahlen dürften für weiteren Diskussionsstoff sorgen, wie moralisch es ist, wenn Beschäftigte zu Zehntausenden ihre Jobs verlieren, so für Managementfehler büßen, das Bezahlsystem ungeachtet der aktuellen Entwicklung den Managern aber Millionen in die Taschen spült.

Bill Ford: Kein Gehalt, aber zehn Millionen verdient

Beispiel Bill Ford: Nach erfolglosen Sanierungsversuchen hatte der Enkel des Unternehmensgründers im September 2006 den Chefposten bei Ford abgegeben und sich auf den Posten den Aufsichtsratsvorsitzenden zurück gezogen. Davor hatte Bill Ford publikumswirksam auf die Bezahlung eines Gehalts verzichtet bis es dem Unternehmen wieder besser geht.

Dass man aber auch ohne Gehalt zum Millionär werden kann, zeigt die jetzt von der "Detroit News" veröffentlichten Ford-Superscheckliste. Dort rangiert Bill Ford mit einem Verdienst von 10,497 Millionen auf Rang zwei der Ford-Top-Verdiener des Jahres 2006. Wie das kommt? Vor allem über die in den USA weidlich genutzte Möglichkeit, Manager mit Aktien und Optionsscheinen zu versorgen.

Die zehn Millionen, die Bill Ford kassierte, sind allerdings bescheiden gegen die 28,188 Millionen, die es für Ford-Boss Alan Mulally gab. Sein bescheidenes Gehalt von 666.667 Dollar wurde um Bonuszahlungen in Höhe von 18,5 Millionen Dollar aufgeppt. Zusammen mit den Optionsscheinen im Wert von 7,7 Millionen, sprangen für Mulally über 28 Millionen Dollar heraus. Wohlbemerkt für vier Monate Arbeit.

Dieser Umstand wird in der "Detroit News" von einem Experten für Manager-Gehälter kritisch kommentiert. Er wird mit den Worten zitiert, wonach Mulally die ersten 20 Millionen für den "ersten Gang durch die Tür" bekommen habe.

Des Weiteren auf der Liste der Ford-Millionarios im Gehaltsjahr 2006: Chief Operating Officer Jim J. Padilla (8,67 Millionen), Chef-Finanzer Donat LeClair (4,401 Millionen), Ford-Europachef Lewis Booth (4,27 Millionen) und für den zum 1. April ausgeschiedenen einstigen Präsidenten für das internationale Geschäft, Mark A. Schulz, hat es auch noch für 2,68 Millionen gereicht.

Mark Fields die Nummer vier

Mark Fields, charismatischer Chef des Nordamerika-Geschäfts, landete im vergangenen Jahr mit 5,57 Millionen Dollar auf Platz vier. Für ihn pikant: Just hat sich Fields in einem flammenden Aufruf an die Belegschaft gewandt und sie aufgefordert, als "lebende Werbung" die Großartigkeit der Ford-Produkte kundzutun. Das zu einem Zeitpunkt, an dem interne Untersuchungen ein Stimmungstief unter der Belegschaft ausmachten. Ob die Nachricht von den Millionenzahlungen die Stimmung heben wird, darf bezweifelt werden.  

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