China

Deutsche Autoindustrie sieht wieder Chancen

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Die deutschen Autohersteller und Zulieferer sehen in China trotz jüngster Rückschläge wieder gute Wachstumschancen und bauen ihr Geschäft im Reich der Mitte aus.

Die Premiumhersteller BMW, Mercedes-Benz und Porsche peilen in diesem Jahr ein Absatzplus an. Das gaben die Autobauer am Donnerstag (21.4.) auf der Messe "Shanghai Auto 2005" bekannt.

Der Marktführer Volkswagen leidet dagegen weiter unter massiven Absatzproblemen. Nach den ruinösen Rabattschlachten im vergangenen Jahr erwarten die Hersteller auf dem hart umkämpften Markt zunächst keine weiteren Preissenkungen mehr. Der chinesische Automarkt soll um 10 bis 15 Prozent in diesem Jahr zulegen.

"China bleibt ein Markt, der mittel- und langfristig unverändert attraktiv für uns ist", sagte Bernd Gottschalk, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA). Der deutsche Marktanteil betrage wegen der starken Konkurrenz derzeit 28 Prozent - nach mehr als 30 Prozent in 2003. Deutsche Autobauer lieferten mittlerweile so viele Fahrzeuge nach China wie in die USA. Die deutsche Branche beschäftige inklusive Joint-Ventures 60.000 Mitarbeiter im Reich der Mitte.

BMW: Die Bremsphase ist vorbei - Audi: Kein guter Jahresanfang

"Wir kommen gerade aus der Bremsphase des Marktes heraus", sagte BMW-Chef Helmut Panke. Der Münchner Autobauer rechnet nach dem Rückgang von zehn Prozent im vergangenen Jahr 2005 wieder mit einem Absatzplus. Der Markt war wegen Kreditbeschränkungen der chinesischen Regierung eingebrochen. Im ersten Quartal sei der Verkauf konstant geblieben. Neue Impulse erwartet BMW vom Produktionsstart der neuen 3er-Limousine, die vom zweiten Halbjahr an in Shenyang gebaut wird. Das Premiumsegment wachse doppelt so schnell wie der Markt. Erneute Eingriffe der Regierung sieht Panke nicht.

Der Autokonzern DaimlerChrysler will wegen der niedrigen Arbeitskosten in China künftig Autos für den Export bauen. "Die Gespräche mit möglichen Partnern über ein Gemeinschaftsunternehmen laufen", sagte der für China zuständige Vorstand Rüdiger Grube. Chrysler-Kleinwagen könnten künftig in China und gleichzeitig auch in die USA verkauft werden. Für die Top-Marke Mercedes-Benz werde ein Design-Center in Peking gebaut. Die Produktion der Mercedes-Benz C- und E-Klasse werde im Oktober oder November in Peking beginnen.

Volkswagen hat im ersten Quartal 2005 in China ein "in etwa" ausgeglichenes Ergebnis verzeichnet. Nähere Angaben machte VW-Chef Bernd Pischetsrieder auf der Hauptversammlung in Hamburg nicht. VW ist seit 20 Jahren Nummer eins in China. Das operative Ergebnis der chinesischen Gesellschaften hatte sich 2004 von 561 auf 222 Millionen Euro mehr als halbiert. Kritiker werfen dem Autobauer vor, zu spät auf Marktveränderungen reagiert zu haben.

Die VW-Tochter Audi erwartet in diesem Jahr in China wegen ihres Modellwechsels und des harten Wettbewerbs erneut einen stagnierenden Absatz. "Das Jahr hat nicht gut begonnen", sagte Vertriebsvorstand Ralph Weyler. Im ersten Quartal gingen die Verkäufe um 50 Prozent zurück. Mit der extra für China gebauten neuen Limousine A6 in Langversion hofft Audi auf ein besseres zweites Halbjahr.

Porsche will Händlernetz ausbauen

Porsche will stärker in den chinesischen Markt einsteigen und sein Händlernetz ausbauen. "China hat großes Potenzial", sagte der Verantwortliche für den chinesischen Markt, Mark Bishop. Im laufenden Jahr will Porsche rund 1.000 Wagen in China und Hongkong verkaufen nach 390 im Vorjahr.

Die deutsche Zulieferindustrie ist nach VDA-Angaben mit über 110 Betrieben und Lizenznehmern in China vertreten. Der Kolbenhersteller Mahle eröffnet ein neues Forschungs- und Entwicklungszentrum in Schanghai. Der Autozulieferer Bosch gab bekannt, von 2005 bis 2007 mehr als 500 Millionen Euro in den Ausbau seiner Dieselaktivitäten und die Produktion von Bremssystemen in China zu investieren.

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