Chrysler-Chef Zetsche

Sanierung läuft gut

Foto: Daimler-Chrysler

Der Chef des US-Autobauers Chrysler Dieter Zetsche sieht sich bei der Sanierung des Unternehmens auf Kurs und will die Produktivität bis 2007 auf ein Spitzenniveau bringen.

Noch vor drei Jahren sei Chrysler "ein potenzielles Opfer mit lang gezogener Kehle" gewesen, seitdem seien außer beim Umsatzwachstum alle Sanierungsziele "erreicht und übererfüllt worden", sagte Zetsche am Mittwochabend (4.11.) in Stuttgart.

Zu den geplanten Kooperationen mit dem angeschlagenen Partner Mitsubishi Motors (MMC) meinte er, es gehe darum, von dem früher vereinbarten "Strauß an Projekten" möglichst viele fortzuführen. Seitdem Daimler-Chrysler im Frühjahr bei MMC den Geldhahn zugedreht hatte, ist das Verhältnis zwischen Tokio und Stuttgart angespannt. Zetsche sieht Chrysler aber in einer Position der Stärke: "Chryslers Zukunft ist in keiner Weise von der Mitsubishi-Zukunft abhängig."

Produktivität: Toyota im Visier

In drei Jahren will Zetsche, der mit Chrysler in den ersten drei Quartalen einen operativen Gewinn von rund einer Milliarde Euro verbucht hatte, bei der Produktivität auf Augenhöhe mit den "Besten der Branche" sein. Damit ist unter anderem der weltweit profitabelste Autokonzern Toyota gemeint. Chrysler habe die pro Fahrzeugproduktion benötigte Stundenzahl seit Beginn der Restrukturierungen von 48 auf 36 Stunden gesenkt, betonte Zetsche. Als Top-Wert in der Branche gelten 30 Stunden.

Dank der neuen Erfolgslimousine 300C, die zu etwa 20 Prozent auf Mercedes-Teilen basiert, ist der Chrysler-Chef für das kommende Jahr optimistisch. Chrysler könne nachhaltig profitabel wachsen. Eine konkrete Prognose für das laufende vierte Quartal und 2005 gab er jedoch nicht ab. In den nächsten fünf Jahren will Chrysler seinen Marktanteil in Europa auf 1,4 Prozent verdoppeln.

Der US-Automarkt, der 2005 zwischen zwei und drei Prozent zulegen werde, bleibe hart umkämpft. "Der Wettbewerb ist extrem intensiv, das ist das Schlachtfeld der Autoindustrie." Die Lücke von drei Millionen Fahrzeugen zwischen den Kapazitäten aller Autokonzerne und der Nachfrage der US-Verbraucher sei die treibende Kraft der Rabattschlacht. Nach den Japanern, die inzwischen in allen Segmenten mit den "Großen Drei" General Motors, Ford und Chrysler konkurrierten, würden in Zukunft die Chinesen als neuer Konkurrent auf den amerikanischen Markt drängen, meinte Zetsche.

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