Chrysler

Projekt X soll Wende bringen

Foto: Daimler-Chrysler

Nicht Trennung, sondern eine engere Verzahnung der Konzernmarken Chrysler und Mercedes soll die Wende für die wirtschaftlich angechlagene amerikanische Konzerntochter bringen. Über den Plan unter dem Titel "Projekt X" berichtet die "Detroit News" in großer Aufmachung.

Am 14. Februar ist Showdown-Tag in Detroit, wenn sich dort die Konzerngewaltigen von Daimler-Chrysler treffen und über die weitere Zukunft der wirtschaftlich mal wieder kriselnden amerikanischen Chrysler-Sparte entscheiden. In den vergangenen Tagen hatte der Aktienkurs von Daimler-Chrysler vor allem aufgrund der Spekulation deutlich angezogen, Daimler-Chrysler werde sein amerikanisches Sorgenkind  abstoßen.

Alles falsch, verkünden nun die "Detroit News". Die in Sachen  Chrysler für gewöhnlich extrem gut unterrichte Tageszeitung lüftet jetzt den wahren Plan für Chrysler, entwickelt unter dem fast dramatischen Namen "Projekt X". Demnach soll Chrysler zu einem kleinen, hoch effizienten Hersteller,  spezialisiert auf Klein- und Geländewagen umgeformt werden. Dazu sei vom Trio Dieter Zetsche, Tom LaSorda und Rainer Schmückle ein scharfes Sanierungsprogramm ausgerabeitet worden, das den Abbau von gut 10.000 Stellen und die Schließung von Fabriken vorsieht.

Das spektakulärste Kapitel gilt aber einem anderen Aspekt: So ist laut "Detroit News" mit dem Ziel einer hohen Kosteneinsparung eine enge Verzahnung der Marken Chrysler und Mercedes vorgesehen, angefangen bei gemeinsamen Produktionsplattformen bis hin zum gemeinsamen Einkauf von Komponenten. Konkret sei an die gemeinsame Kleinwagenentwicklung wie auch an eine hohe Gemeinsamkeit von Jeep und Mercedes im Bereich der SUV gedacht. Würden die Pläne so umgesetzt, wäre Chrysler mehr oder weniger der Juniorpartner der dann dominanten Marke Mercedes.

Spektakulär ist das vor allem auch aus Sicht von Mercedes. So hatte man nach dem Zusammengehen der Konzerne Ende der 90er Jahre seitens Mercedes immer wieder vehement verneint, dass es eine Gleichteilepolitik zwischen Chrysler und Mercedes geben würde. Zu ausgeprägt war die Furcht auf deutscher Seite, die Stärke der deutschen Marke könne verwässert werden.

Davon ist angesichts der finanziellen Not bei Chrysler offenbar nicht mehr die Rede. Der amerikanische Zweig des Konzerns hatte 2006 einen Verlust von 1,2 Milliarden Dollar hinnehmen müssen, am heimischen US-Markt rutschte der Chrysler-Verkauf um 13 Prozent ab.

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