Chrysler

Vertriebschef Joe Eberhardt auf der Kippe

Foto: Daimler-Chrysler

Joe Eberhardt, Vertriebschef von Chrysler, hat derzeit einen der härtesten Autojobs in den USA. Inzwischen opponieren offenbar immer mehr Chrysler-Händler in den USA gegen den Boss. Am Mittwoch (29.11.) soll der Zoff an der Chrysler-Händlerfront Thema beim Treffen des Top-Managments sein.

Chrysler steckt derzeit tief in der Verkaufsklemme in den USA. Während es bei den wirtschaftlich ebenfalls leidenden US-Konkurrenten in den vergangenen zwei Monaten wenigstens bei den Verkaufszahlen aufwärts ging, kennen die Zahlen bei Chrysler nur noch den Weg in den Keller. Marktexperten werden dabei nicht müde, die verfehlte Produktpolitik von Chrysler heraus zu streichen. Während GM und Ford in den Zeiten der hohen Ölpreise ihre Produktpalette sukzessive auf verbrauchsgünstigere Modelle umgestellt haben und damit zumindest Anfangserfolge erzielen, hat Chrysler dies verpasst. Schleppender Verkauf ist die Folge und eine Halde von 150.000 Autos, die ohne Käuferbestellung gebaut wurden.

In der Phase braucht Chrysler dringend die Unterstützung der etwa 3.400 Chrysler Händler in den USA. Die verweigern aber zunehmend die Gefolgschaft, der Grund hat einen Namen: Joe Eberhardt. 2003 an die Vertriebsspitze bei Chrysler gerückt, war der 43-Jährige aufgrund seines - so Händlerkreise - ruppigen Auftretens nie sonderlich populär. Richtig in die Nesseln setzte er sich, als er in Gutsherrenart im Herbst den Händlern die Fahrzeuge von der Halde auf die Höfe befehlen wollte. Schon damals gab es Anzeichen von Revolte. Inzwischen hat Chrysler das Programm in ein Prämienmodell umgewandelt. Jetzt sollen die Händler für jede Autos, das sie über ihr normales Kontingent hinaus erhalten, eine Prämie zwischen 200 und 400 Dollar bekommen. Aber auch da spielen die Händler nicht mit, wie die "Detroit News" unter Berufung auf einflußreiche Chrysler-Händler berichtet. Und das Blatt orakelt, dass diese Haltung der Händler Eberhardt jetzt den Job kosten könnte.

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