Chrysler

Zetsche trifft Interessenten

Foto: Daimler-Chrysler

Daimler-Chrysler-Chef Dieter Zetsche hat erstmals Kontakte mit potenziellen Käufern der angeschlagenen US-Tochter Chrysler bestätigt.

Es gebe Gespräche mit möglichen Partnern, die ein klares Interesse bekundet hätten, sagte der Manager am Mittwoch (4.4.) laut vorab verbreiteten Redetext auf der Hauptversammlung in Berlin. Rund 8.000 Aktionäre wurden erwartet. Einzelheiten zu den Interessenten wollte Zetsche nicht nennen.

Zetsche: "Alles läuft nach Plan"

Nach dem Milliardenverlust des US-Autoherstellers im Jahr 2006 hatte der Vorstandsvorsitzende erklärt, alle Optionen bei Chrysler zu prüfen. Für den Entscheidungsprozess habe Daimler-Chrysler eindeutige Kriterien definiert, betonte Zetsche. Das DAX-Unternehmen werde die Voraussetzungen für eine klare strategische Ausrichtung bei Daimler-Chrysler schaffen sowie Chrysler wettbewerbsfähig und profitabel machen. "Mit dem Prozess bin ich bislang zufrieden", sagte Zetsche. "Alles läuft nach Plan."

Die Kritischen Aktionäre Daimler-Chrysler (KADC) warnten vor übereilten Entscheidungen. Es gehe nicht um einen möglichst schnellen Verkauf, es müssten auch die Interessen der Chrysler-Beschäftigten berücksichtigt werden, sagte KADC-Sprecher Alexander Dauensteiner dem WDR. Seine Kollegin Beate Winkler-Pedernera warnte vor Massenentlassungen bei Chrysler, falls Finanzinvestoren wie Cerberus oder Blackstone zum Zuge kommen sollten. Sie regte im SWR eine Übernahme von Chrysler durch die Mitarbeiter an. Das hätte steuerliche und auch Imagevorteile für Daimler.

Zetsche kündigte an, dass die bislang defizitäre Kleinwagenmarke Smart in diesem Jahr profitabel sein wird. Eine Baureihe war bei Smart eingestellt und die Marke in die Mercedes-Organisation integriert worden.

Chrysler-Zukunft ungewiss

Offen blieb, ob der Konzern über einen kompletten Verkauf von Chrysler verhandelt oder sich möglicherweise nur von einem Teil trennen will. Das Management halte sich nach wie vor alle Optionen offen, um den "größtmöglichen Handlungsspielraum" zu haben, sagte Zetsche.

Als Interessenten für Chrysler gelten der kanadische Zulieferer Magna sowie die Finanzinvestoren Cerberus und Blackstone. Als möglicher Verkaufspreis werden bislang vier bis sechs Milliarden Dollar (rund drei bis 4,5 Milliarden Euro) genannt. Bei dem Aktionärstreffen wollen sich mehrere institutionelle Investoren für eine Trennung stark machen.

Die Hauptversammlung war außerdem der letzte Auftritt von Hilmar Kopper an der Spitze Aufsichtsrates sein. Für den 72-Jährigen soll nach 17 Jahren Amtszeit als Chefkontrolleur der derzeitige EADS- Co-Verwaltungsratschef Manfred Bischoff nachrücken. 

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