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Classic Mini Cooper Electric (2018)

So fährt Minis elektrisches Einzelstück

classic Mini Electric Foto: Günter Schmied 14 Bilder
New York Auto Show 2018

Gokart-Feeling und pures Fahrvergnügen: Vielen Mini-Fans fehlen die Ur-Attribute der Kultmarke bei den neuen Modellen. In New York präsentiert Mini nun einen klassischen Mini mit Elektroantrieb.

29.03.2018 Natalie Diedrichs, Jörn Thomas

Doch bevor jetzt alle den „Bestell-Button“ suchen: Bei dem elektrischen Classic-Mini handelt es sich um ein Einzelstück. Die Grundlage für den E-Auto-Umbau bildet ein gut restauriertes Modell des Mini Cooper Baujahr 1998.

Auf den ersten Blick sieht der 20 Jahre alte Cooper mit der Typenbezeichnung MK VII ganz unverdächtig, wenn auch rotzfrech aus: knallrote Lackierung, silbernes Dach und dazu passende Rallyestreifen, die sich einmal über die ganze Karosserie ziehen. Doch anstelle eines Ottomotorws wird die kleine Krawallkiste von einem kleinen Elektromotor samt Akkupacks angetrieben.

Stecker-Logos geben Hinweise auf elektrischen Antrieb

classic Mini Electric Foto: Mini
Der umgerüstete Klassik-Mini lässt sich mit einem Mennekes-Stecker laden.

Äußere Hinweise darauf liefert das gelbe Steckerlogo, das die Umrüster im Markenemblem integriert haben. Das Symbol ist auch auf den Radnaben des Mini sowie als weißer Aufdruck unter der C-Säule zu finden. Der Ladeanschluss für den Typ-2-Mennekes-Stecker befindet sich dort, wo beim ursprünglichen Mini Cooper dieser Modellgeneration der Tankdeckel war: hinten links. Leistungsdaten von Elektromotor und Akkupack sind noch nicht bekannt.

Den Elektro-Cooper nutzt Mini als Symbol für seine Aktivitäten im Bereich der alternativen Antriebe. Im Jahr 2008 präsentierte die Marke den Mini. Das in Kleinserie produzierte Fahrzeug (600 Stück) wurde zu Forschungszwecken eingesetzt – die Erkenntnisse nutzte BMW beim Bau des i3.

Erster rein elektrischer Serien-Mini kommt 2019

classic Mini Electric Foto: Mini
Der Klassik-Mini ist nur ein Einzelstück. Der erste rein elektrische Serien-Mini soll 2019 kommen.

Eine weitere Elektrostudie stellte der Kleinwagenhersteller 2017 mit dem Mini Electric Concept auf der IAA in Frankfurt vor. Sie gibt einen Ausblick auf das erste rein elektrische Mini-Modell das 2019 auf den Markt kommen soll. Bislang ist der Mini Cooper S E Countryman All4 als Plug-in-Hybrid das einzige Modell der Marke mit alternativem Antrieb. Dieser wird dann wohl die Batterien des i3 in ihrer aktuellen Ausführung (33 kWh) im Fahrzeugboden, unter der Rückbank und vielleicht noch in Teilen des Kofferraumbodens tragen.

Fahrbericht Classic Mini Electric

Kontaktfreude – um die geht es beim Mini Electric. Ob man will oder nicht. Was jetzt nichts mit Akkus, Kabeln oder Steckern zu tun hat, sondern mit den New Yorkern. Die lieben den kleinen Roten mit dem silbernen Dach – ohne zu wissen, dass unter seiner Haube eine 28 Kilowatt starke E-Maschine und kein 1,3-Liter-Vierzylinder mit 63 PS rödelt. Und das die rot-silberne Kombination genau jener des letzten vom Band gerollten Classic Mini entspricht. All das wissen sie nicht, rufen dennoch: Awesome, so cute, very nice, i wanna buy this car – um nur einige der bei unserer Fotofahrt aufgeschnappten Kommentare zu nennen.

classic Mini Electric Foto: Günter Schmied
Die charmanten Mini-Maße von damals können beim Ein- und Aussteigen durchaus eine Herausforderung sein.

Wir halten fest: der Classic Mini fällt auf und er gefällt. Als Sympathieträger ist der Kleine ganz groß. Ob Kinder, Teenies, Erwachsene oder Best Ager, alle lieben ihn. Dabei hat unser Exemplar ja einen Sonderauftrag: Zu zeigen, wie es hätte sein können, wenn Benzin nicht gegen Strom gewonnen hätte. Und wie es sich anfühlt, wenn ein Klassiker per E-Maschine vorwärtskommt. Charmante Folklore für die bereits erfolgte Elektrifizierung in Gestalt des Plugin-Hybriden Countryman S E und des im kommenden Jahr erscheinenden Electric Mini. Der wird natürlich viel moderner sein, wenn auch weniger kultig.

Gokart-Feeling im elektrischen Classic-Mini

classic Mini Electric Foto: Günter Schmied
Anstelle eines 1,3-Liter-Vierzylinders arbeitet hier eine 28 Kilowatt starke E-Maschine unter der Haube.

Und wenn überhaupt irgendein Auto das Attribut Gokart-Feeling verdient, dann der Classic. Auch als Elektriker, denn anders als die meisten anderen Stromer hielt er sein Gewicht. 755 Kilogramm. Und klassische Gummifederung. Noch Fragen? Die beantwortet der 1998er Cooper am liebsten selbst. Und nachdrücklich, auf einer schnellen Runde durch die Straßen New Yorks. Sein 10 KWh-Akku steckt da, wo sonst die Rücksitze sind und reicht für 100 Kilometer. Obwohl die E-Maschine noch gedrosselt ist, schiebt der Mini flott vorwärts, untermalt vom Sirren des Motors und dem Heulen des Antriebsriemens. 120 km/h Höchstgeschwindigkeit wären drin.

Schön, dass sie auf eine Digitalorgie im Cockpit verzichteten, den analogen Charme der Rundinstrumente mit den elfenbeinfarbenen Skalen beibehielten, lediglich eine kleine Anzeige für die wichtigsten Daten des Antriebsstranges installierten. Ein Getriebe hat er auch, ebenso ein Kupplungspedal. Letzteres ist außer Dienst und der Schalthebel gibt eigentlich auch nur die gewünschte Übersetzung vor und ist nicht zum ständigen Umherschalten gedacht.

classic Mini Electric Foto: Günter Schmied
Eine Federung ist praktisch nicht vorhanden, dafür gibt's schicke 13-Zöller.

Rekuperieren kann der Kleine auch, beim Bremsen polt er den Motor zum Generator um, gewinnt Energie zurück und verzögert kräftig. Kunststück, viel Masse gibt es ja nicht einzufangen. Die konventionelle Bremse hat jedenfalls einen eher lauen Lenz.

In Kurven zeigt der Mini Cooper, dass er es nicht verlernt hat. Keine Karosserieneigung, kein Zerfasern der Lenkkommandos, einfach nur trockenes Abbiegen. Ein Vorteil der praktisch nicht vorhandenen Federung und des in jeder Ecke ein Rad-Konzepts, 13-Zöller übrigens.

In gut drei Stunden mit Mennekes vollgeladen

classic Mini Electric Foto: Mini
Flickstellen und Gullydeckel verheimlicht der Mini seinem Fahrer nicht. Er reicht sie lieber direkt an die Wirbelsäule weiter.

Schade nur, dass die New Yorker Verwaltung ihr Geld in andere Dinge als in akkurate Fahrbahnoberflächen steckt. Wie wir dank des Mini spätestens jetzt wissen, denn er reicht die Informationen über Flickstellen, Gullydeckel und vor allem Schlaglöcher aller Größen direkt an die Wirbelsäule weiter. Direkt und ohne falsche Scham. Was wiederum zum Umkurven auffordert. Eine Aufforderung, die der Mini gern nachkommt. So wird es dann eine sehr vergnügliche Tour durch Manhattan und rund um den Central Park. Sollte der Strom ausgehen, lässt sich der Akku per Mennekes Stecker mit 3,6 kWh zügig wieder laden. Mit drei Stunden Ladezeit kommt man schon ganz schön weit.

Es ist auf jeden Fall lustig, wie dieser charmant umgerüstete Klassiker zeigt, dass man die Leistungs- und Gewichts-Spirale auch nach unten drehen kann. Also kleiner Motor, kleiner Akku, wenig Gewicht. Automobile Achtsamkeit auf Basis eines 1998er-Kleinwagens – das hat doch was, oder?

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kangoofreund 1. April 2018, 21:54 Uhr
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