Conti rechnet mit Ausgleichszahlungen von Schaeffler

Nach der Einigung mit Schaeffler rechnet der Autozulieferer Continental mit mehr als 100 Millionen Euro an Ausgleichszahlungen des künftigen Großaktionärs.

Von den am vergangenen Donnerstag von Schaeffler zugesagten Ausgleichszahlungen von bis zu 522 Millionen Euro seien 122 Millionen für Belastungen vorgesehen, die auch ohne Mehrheitsübernahme entstehen, sagte Conti-Finanzvorstand Alan Hippe am Mittwoch (27.8.) in Johannesburg Südafrika bei einer Telefonkonferenz mit Analysten. Dabei handle es sich um den Wegfall steuerlicher Verlustvorträge, der bereits bei einer Beteiligung von 25 Prozent einsetze.

"Ich gehe davon aus, dass sie mehr als 30 Prozent halten werden", sagte Hippe. Die zugesagten 122 Millionen Euro werde Conti dann "auf die Hand" bekommen. Weitere 400 Millionen Euro seien für Belastungen vorgesehen, die erst bei Überschreiten der 50-Prozent-Marke anfielen. Dabei handele es sich vor allem um Kosten für die dann fällige Neuaushandlung der Kredite, die Conti im vergangenen Jahr für den Kauf von Siemens VDO aufgenommen hatte.

In den Kreditverträgen hatten sich die Banken ein Sonderkündigungsrecht gesichert für den Fall, dass ein Investor mehr als 50 Prozent der Conti-Anteile übernimmt. Der gesamte Kredit wäre dann vorzeitig fällig, die Konditionen müssten komplett neu ausgehandelt werden. Es sei davon auszugehen, dass eine Refinanzierung im aktuellen Umfeld zu höheren Kosten führen würde, sagte Hippe. Conti war Ende Juni mit insgesamt elf Milliarden Euro verschuldet. Die Kredite hatte Conti im vergangenen Sommer für die 11,4 Milliarden Euro schwere Übernahme von Siemens VDO aufgenommen.

Er gehe daher davon aus, dass Schaeffler, wie in der Vereinbarung vom vergangenen Donnerstag zugesagt, unter 50 Prozent bleiben werde, sagte Hippe. "Über 50 Prozent zu gehen würde diese Change-of-Control-Klauseln in unseren Kreditverträgen auslösen - und das kann nicht im Sinne von Schaeffler sein", sagte Hippe. "Wir gehen aber davon aus, dass die Vorsichtsmaßnahmen von Schaeffler funktionieren werden." In der Vereinbarung mit Conti hatte sich Schaeffler am vergangenen Donnerstag verpflichtet, den Anteil bis 2012 unter 50 Prozent zu halten. Bei einem Verstoß seien in der Vereinbarung auch «Sanktionen und Strafen» vorgesehen, sagte Hippe. Über Einzelheiten sei aber Vertraulichkeit vereinbart worden.

Die Obergrenze von 49,99 Prozent schließe auch indirekte Beteiligungen mit ein, sagte Hippe weiter. "Das beinhaltet auch alle Strukturen, über die wir zuvor heftig gestritten haben", sagte Hippe. Schaeffler hatte sich vor seinem Übernahmegebot bereits 36 Prozent der Conti-Aktien über Optionen und Swap-Geschäfte gesichert. Conti-Chef Manfred Wennemer hatte dies als "rechtswidriges Heranschleichen" kritisiert. Die von ihm angerufene Finanzaufsicht BaFin sah am Ende aber keine Meldepflichten verletzt. Wennemer erklärte nach der Einigung mit Schaeffler seinen Rücktritt zum Monatsende. Ab September wird Technikvorstand Karl-Thomas Neumann den Chefsessel übernehmen.

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