Conti

Übernahme droht

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Update ++ Stellungnahme Continental ++ Die Schaeffler-Gruppe will nach Informationen der "Financial Times" den Autozulieferer und Reifenhersteller Continental übernehmen. Dazu wollte Schaeffler am vergangenen Freitag (11.7.) Kontakt mit Conti aufnehmen,hieß es in der Samstag-Ausgabe des britischen Blattes.

Bei einer Zurückweisung seines Angebots sei der im fränkischen Herzogenaurach sitzende Wälzlager-Hersteller auch zu einer feindlichen Übernahme entschlossen.

Ein Sprecher der Schaeffler-Gruppe lehnte am Samstag eine Stellungnahme dazu ab. "Wir kommentieren grundsätzlich keine Marktgerüchte", sagte er. Auch Conti-Sprecher Hannes Boekhoff wollte sich zu dem Zeitungsbericht nicht äußern. "Wir kommentieren Spekulationen grundsätzlich nicht", sagte er am Samstag in Hannover.

Eine Übernahme von Continental wäre der größte Unternehmenskauf in diesem Jahr in Europa, betonte die Zeitung. Das Übernahmeangebot komme zu einem Zeitpunkt, in dem der Hannoveraner Autozulieferer wegen steigender Rohstoffpreise und sinkenden Autoabsatzes zunehmend unter Druck gerate. Das Unternehmen habe daher erneut eine Preiserhöhung für einen Teil seiner Produkte angekündigt.

Angesichts der gestiegenen Preise für Rohstoffe und Energie fürchtet Continental einem Zeitungsbericht zufolge um seine Rendite im Reifengeschäft. "Im ersten Halbjahr konnten wir nicht die Marge des Vorjahres erzielen. Auch für das Gesamtjahr bin ich vorsichtig", sagte Contis Pkw-Reifenvorstand Alan Hippe dem "Handelsblatt". 2007 erzielten die Niedersachsen in dieser Sparte mit 14,8 Prozent Umsatzrendite das beste Ergebnis. Der Conti-Vorstand setze daher neben den angekündigten Preiserhöhungen verstärkt auf die Wiederaufbereitung des Reifenmaterials Kautschuk. Zudem wolle Conti neue Lieferanten in den Schwellenländern erschließen, um die Preise zu drücken.

Die von Maria-Elisabeth Schaeffler kontrollierte Schaeffler-Gruppe ist der weltweit zweitgrößte Wälzlager-Konzern. Der familiengeführte Konzern fertigt Lager unter anderem für Maschinen, Anlagen, die Automobilindustrie sowie die Luft- und Raumfahrt. Im Jahr 2007 erwirtschaftete die Schaeffler-Gruppe mit ihren drei Marken INA, LuK und FAG und ihren weltweit 66.000 Beschäftigten einen Umsatz von 8,9 Milliarden Euro.

Der Continental-Konzern gehört mit einem anvisierten Umsatz von mehr als 26,4 Milliarden Euro im Jahr 2008 weltweit zu den fünf führenden Automobilzulieferern. Zu den Produkten zählen Bremssysteme, Systeme und Komponenten für Antrieb und Fahrwerk, Instrumentierung, Infotainment-Lösungen, Fahrzeugelektronik und Reifen. Das Unternehmen beschäftigt derzeit rund 150.000 Mitarbeiter an nahezu 200 Standorten in 36 Ländern.

Unterdessen hat Continental ein erstes Gespräch Ende vergangener Woche über ein mögliches Engagement der Schaeffler-Gruppe an dem Unternehmen in Hannover bestätigt. Weitere Gespräche hätten nicht stattgefunden, teilte Conti am Montag (14.7.) mit.

Angetrieben von Übernahmefantasien haben sich auch die Papiere des Autozulieferers Continental am Montag mit
einem deutlichen Kurssprung an die DAX-Spitze gesetzt. Der Conti-Kurs sprang um 24,15 Prozent auf 66,99 Euro, zeitweilig ging es bis auf 68,50 Euro hoch.

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