Conti-Übernahme

Schaeffler bestreitet angebliche Einmischung

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Vor der geplanten Übernahme des Autozulieferers Continental durch das fränkische Familienunternehmen Schaeffler ist ein offener Streit zwischen beiden Unternehmen entbrannt.

Schaeffler wehrte sich am Wochenende gegen Vorwürfe von Continental, sich in die Geschäfte einzumischen. "Ich wundere mich, was so alles aus Hannover zu hören ist", kritisierte Firmeneigentümerin Maria-Elisabeth Schaeffler in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Sollte Conti kurz vor der Übernahme einen Gegenangriff auf Schaeffler starten, würden "einige Herren in Hannover die Realität verkennen".


Continental hatte am Freitag kritisiert, Schaeffler mische sich in Geschäftsverhandlungen von Conti ein. Hintergrund sind Neu-Verhandlungen mit Banken über die milliardenschweren Kredite für die Übernahme der früheren Siemens-Tochter VDO durch Conti. Die Schaeffler-Spitze habe mit einem Schreiben an Banken versucht, Einfluss auf die Gespräche zu nehmen, hatte Conti-Vorstandschef Karl-Thomas Neumann gesagt. "Dieser Schritt ist ein massiver Eingriff in die souveräne und unabhängige Geschäftsführung der Continental."


Schaeffler wehrte sich gegen die Vorwürfe. Bankenkreise hätten Schaeffler darüber informiert, dass Continental im Rahmen der Nachverhandlungen mit den VDO-Banken Regelungen in Erwägung zöge, die der Continental AG und ihren Aktionären erheblich schaden könnten. Dies hätte auch die Interessen von Schaeffler als Großaktionär direkt berühren können. "Mit unserem Schreiben wollten wir lediglich dem Risiko vorbeugen, dass solche Vereinbarungen getroffen werden", sagte ein Sprecher.

Conti hatte bereits Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder über den Brief von Schaeffler an die Banken informiert, wie es in Hannover hieß. Schröder ist Garant für die Einhaltung der Verpflichtungen an der Investorenvereinbarung und könnte in dem Streit noch eine wichtige Rolle spielen.

Die Schaeffler-Gruppe hatte sich im Sommer eine Übernahmeschlacht mit dem Conti-Management geliefert, an deren Ende die Franken die Hannoveraner zu einer umfassenden Zusammenarbeit drängen konnten. Schaeffler hatte aber in der Investoren-Vereinbarung zugesagt, das Engagement bei Conti innerhalb der nächsten vier Jahre auf eine Minderheitsbeteiligung von bis zu 49,99 Prozent zu beschränken. An der Finanzierung werde der Deal nicht scheitern, stellte Schaeffler klar. "Wir werden bezahlen, keine Sorge", sagte sie.

Einen Stellenabbau nach der Übernahme schließt das Unternehmen nicht aus. "Fürs erste kommen wir klar mit der Reduzierung von Zeitkonten und Kurzarbeit", sagte Schaeffler-Geschäftsführer Jürgen Geißinger. Als erstes seien die Leiharbeitsverhältnisse reduziert worden. Dies habe aber nichts mit der Continental-Übernahme zu tun, sondern mit der weltweit eingebrochenen Konjunktur.

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