Conti

VDO-Integration hinterlässt deutliche Spuren

Foto: dpa

Der milliardenschwere Kauf der früheren Siemens-Sparte VDO hat beim Autozulieferer Continental zum Start ins neue Jahr deutliche Spuren hinterlassen.

Hohe Zinsbelastungen und Abschreibungen drückten im ersten Quartal 2008 auf das Ergebnis. Unterm Strich sank der Überschuss im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als ein Drittel auf rund 180 Millionen Euro.

Zum Sorgenkind entwickelt sich zunehmend die Sparte Nutzfahrzeugreifen, deren Ergebnis einbrach. Insgesamt sieht sich der Konzern aber auf Kurs. Conti will im Gesamtjahr bei Umsatz und Ergebnis erneut Bestmarken erreichen. "Mit den soliden Ergebnissen der ersten drei Monate im Rücken sind wir zuversichtlich, unsere Jahresziele zu erreichen", sagte Vorstandschef Manfred Wennemer am Dienstag (29.4.) in Hannover. Das operative Ergebnis stieg im ersten Quartal um 4,6 Prozent auf 456,7 Millionen Euro, der Umsatz schnellte bedingt vor allem durch VDO um mehr als zwei Drittel auf rund 6,6 Milliarden Euro. Continental hatte für VDO rund 11,4 Milliarden Euro bezahlt und sich dafür hoch verschuldet. Die Nettoschulden liegen derzeit bei rund 11,2 Milliarden Euro. "Zum Jahresende rechnen wir mit einem deutlichen Abbau der Verschuldung", sagte Finanzvorstand Alan Hippe. Der Schuldenabbau habe oberste Priorität. Abschreibungen im Zuge des VDO-Kaufs belasteten das Ergebnis im ersten Quartal mit 131 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr rechnet Conti mit Belastungen aufgrund von Abschreibungen in Höhe von insgesamt 522 Millionen Euro. Dagegen fielen im ersten Quartal für die geplante Restrukturierung von VDO noch keine größeren Aufwendungen an. Dies soll aber im Jahresverlauf geschehen. Insgesamt geht der Konzern für die Jahre 2008 und 2009 weiter von Restrukturierungskosten im niedrigen dreistelligen Millionenbereich aus. Zu schaffen machen Conti verstärkt Probleme in der Nutzfahrzeugsparte. Deren Ergebnis vor Zinsen und Steuern sank in den ersten drei Monaten um mehr als die Hälfte auf 12,2 Millionen Euro. Die Umsatzrendite lag bei nur noch 3,7 Prozent, im Vergleich zu 8,2 Prozent im Vorjahresquartal. Damit lag die Rendite weit von der internen Zielmarke von zehn Prozent entfernt. Insgesamt erreichte der Konzern im ersten Quartal eine Umsatzrendite von 6,9 Prozent, im Vorjahresquartal lag der Wert noch bei elf Prozent. Conti will nun in der Nutzfahrzeug-Sparte gegensteuern. "Wir machen uns im Moment Gedanken, was wir mit der Sparte machen, wie wir die Ergebnissituation verbessern können", sagte Finanzvorstand Hippe. Ein Verkauf sei derzeit aber kein Thema. Die Sparte mit rund 8.000 Beschäftigten weltweit ist der kleinste der sechs Conti-Konzernbereiche. Hauptgrund für den Ergebnis-Einbruch seien "extrem schwache Märkte" vor allem in Nordamerika gewesen. Zudem werde das Reifengeschäft durch die gestiegenen Rohstoffpreise belastet. Hippe schloss weitere Preiserhöhungen nicht aus. Probleme hat Conti zudem im ertragsschwachen neuen Konzernbereich Powertrain, in dem große Teile von VDO aufgegangen sind. Der Konzern will die auf Antriebssysteme spezialisierte Sparte restrukturieren, Stellen streichen und einen Teil der Produktion in Niedriglohnländer verlagern. Insgesamt will Continental im Zuge der VDO-Integration tausende Stellen abbauen.

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