Conti weiter auf Rekordfahrt - Ausbau von Niedriglohn-Produktion

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Europas zweitgrößter Autozulieferer Continental will in diesem Jahr seine Rekordfahrt trotz der stagnierenden Autokonjunktur fortsetzen. Dabei setzt das Unternehmen auch auf einen weiteren Ausbau seiner Produktion in Niedriglohnländern.

Conti erwäge zudem im Reifengeschäft in den nächsten 24 Monaten einen Werksneubau in Europa, sagte Konzernchef Manfred Wennemer am Donnerstag (31.3.) in Hannover. Ein möglicher Standort sei Litauen.

Im laufenden Jahr will Conti insgesamt 860 Millionen Euro vor allem in neue Technologien sowie den Ausbau der Produktionsstätten in Ländern mit einem niedrigeren Lohnniveau investieren. Die Investitionsquote soll auf mehr als sechs (5,6) Prozent steigen. Der Anteil der Produktion an Standorten in Billiglohnländern stieg 2004 weiter an. In einzelnen Konzerbereichen liegt dieser bereits bei über 50 Prozent.

Appell an Kanzler Schröder

Zum Appell von Kanzler Gerhard Schröder (SPD) an die Unternehmen, mehr in Deutschland zu investieren und neue Arbeitsplätze zu schaffen, sagte Wennemer: "Wir sind gerne bereit, Jobs zu schaffen in Deutschland." Conti schaue aber "nüchtern" auf die Rahmenbedingungen. "Wir haben noch einen weiten Weg in Deutschland zu gehen."

2004 stieg das Konzernergebnis nach Steuern um mehr als das Doppelte auf rund 674 Millionen Euro. Der Umsatz erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um neun Prozent auf 12,6 Milliarden Euro, das operative Ergebnis um 28 Prozent auf rund 1,1 Milliarden Euro. Die Aktie der Continental AG setzte sich nach der Veröffentlichung der Zahlen mit einem Plus von mehr als fünf Prozent an die DAX-Spitze.

Für das laufende Jahr erwartet Conti eine erneute Steigerung des Umsatzes sowie des operativen Ergebnisses. Finanzvorstand Alan Hippe sagte, ein Umsatzplus wie im Vorjahr sei "anspruchsvoll, aber nicht unerreichbar". Alle Sparten würden ihr operatives Ergebnis erhöhen. Für 2004 soll an die Aktionäre eine Rekord-Dividende von 0,80 (0,52) Euro je Aktie ausgeschüttet werden. Für 2005 deutete Wennemer eine weitere Erhöhung an.

Keine Veränderungen beim Personal

Einen möglichen Einfluss auf das Ergebnis durch die gestiegenen Rohstoffpreise schätze Conti als "vollständig kompensierbar" ein. So plane das Unternehmen Preiserhöhungen bei Reifen von ein bis vier Prozent.

Wennemer begründete die positiven Geschäftsaussichten damit, dass Conti durch die Übernahme des Hamburger Zulieferers Phoenix weiter unabhängiger von der Automobilkonjunktur geworden sei. Selbst wenn die Autokonjunktur stagnieren würde, könne Conti durch steigende Ausstattungsraten in den Fahrzeugen weiter zulegen.

Mit der 265 Millionen Euro teuren Phoenix-Übernahme soll der zweitkleinste Konzernbereich ContiTech (etwa Luftfeder- und Transportbandsysteme) deutlich gestärkt werden. Bei Phoenix sollen rund 800 Stellen abgebaut werden, weitere 200 bei ContiTech. Betriebsbedingte Kündigungen soll es nicht geben.

Weitere "signifikante Veränderungen" beim Personal seien nicht geplant, hieß es. Wegen der Einberechnung von Phoenix erhöhte sich die Zahl der Conti-Beschäftigten zum Jahresende um mehr als 11.000 auf rund 80.000, davon fast 40 Prozent in Deutschland.

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