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Der Autozulieferer Continental will sich mit weiteren Übernahmen massiv verstärken. Vorstandschef Manfred Wennemer sagte am Freitag (5.5.) auf der Hauptversammlung in Hannover, beim Thema Akquisitionen sei "ganz gewiss nicht das Ende der Fahnenstange" erreicht.

"Wir suchen nach optimalen Objekten zu einem passenden Preis." Zu konkreten Plänen äußerte sich Wennemer nicht.

Anfang April hatte Conti den Kauf der Autoelektroniksparte von Motorola für rund 830 Millionen Euro bekannt gegeben. Damit steigt Conti groß in das Wachstumsfeld Telematik ein. Ende Februar hatte Wennemer für Zukäufe eine Summe von bis zu vier Milliarden genannt.

Ein Konzernsprecher bestätigte am Freitag das grundsätzliche Conti-Interesse an einer Übernahme des US-Schlauchspezialisten Goodyear Engineered Products. Continental-Finanzvorstand Alan Hippe hatte der "Welt" gesagt, das Unternehmen wäre interessant für Conti.

Für den Ende 2004 übernommenen Hamburger Zulieferer Poenix hatte Conti eine knappe halbe Milliarde Euro bezahlt. Mit Phoenix wurde der Konzernbereich ContiTech gestärkt. Einen möglichen Börsengang der ContiTech AG bezeichnete Wennemer als "interessante Option für den Bedarfsfall". Aktuelle Pläne gebe es aber nicht. Auch eine Kapitalerhöhung schloss Wennemer nicht aus.

Der Vorstandschef bekräftigte, Conti erwarte 2006 erneut Bestmarken bei Umsatz und Gewinn. Dabei müsse der Konzern aber die "dramatischen" Veränderungen der Rohstoffpreise sehr genau im Auge behalten. Wennemer schloss weitere Preiserhöhungen nicht aus.

Conti setzt weiter auf Niedrigkosten

Wennemer sagte, der Konzern setze weiter auf Niedrigkosten. Continental werde aber nicht "verlagern um des Verlagerns willen". Man werde allerdings auch keine Kapazitäten in Standorten mit niedrigeren Kosten leer stehen lassen und in teuren Werken produzieren. "Wer heute weltweit ohne Niedrigkosten-Konzept plant und baut, der baut auf Sand." Conti wolle in dem bereits voll entbrannten Konsolidierungsprozess in der Branche zu den Gewinnern zählen.

Zugleich verteidigte Wennemer die umstrittene Schließung der Pkw-Reifenproduktion mit 300 Beschäftigten am Stammsitz Hannover sowie Teil-Werksschließungen und Arbeitsplatzabbau in den USA. Diese "harten und schmerzvollen Entscheidungen" seien notwendig. Das defizitäre US-Reifengeschäft ist derzeit das größte Conti-Sorgenkind. Wennemer sprach war von einer "zunehmend positiven Wirkung" der Sanierung des US-Reifengeschäfts. Wann Conti dort aber wieder schwarze Zahlen schreiben wird, ließ er offen.

Scharfe Kritik am Management äußerte ein Vertreter der US-Metallarbeitergewerkschaft. Conti habe beim US-Reifengeschäft versagt. Notwendige Investitionen in die Werke seien ausgeblieben, ebenso wie die Entwicklung neuer Produkte für den nordamerikanischen Markt. Für Management-Fehler müssten nun die Beschäftigten büßen, und zwar mit drastischen Kürzungen bei Einkommen und Sozialleistungen.

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