Conti

Wirtschaftlich auf Kurs

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Mitten im Kampf gegen eine Übernahme durch die Schaeffler-Gruppe sieht sich der Autozulieferer Continental trotz eines Gewinneinbruchs auf Kurs. Im ersten Halbjahr 2008 schrumpfte der Überschuss wie erwartet.

Grund waren hohe Zinsen zur Finanzierung der milliardenschweren Übernahme der Siemens-Sparte VDO. Allerdings stieg das operative Ergebnis vor Sondereffekten im Zuge der VDO-Integration deutlich an. Trotz der hohen Rohstoffkosten und der Krise auf wichtigen Automärkten hielt Conti an der Jahresprognose fest. Das Umsatzziel von mehr als 26,4 Milliarden Euro werde jedoch insbesondere durch die deutlichen Produktionskürzungen in der US-Autoindustrie schwieriger zu erreichen.

Wie Conti am Donnerstag (31.7.) in Hannover mitteilte, ging der Überschuss in den ersten sechs Monaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast 37 Prozent auf 361 Millionen Euro zurück. Das Ergebnis vor Sondereffekten im Zuge der VDO-Integration aber stieg um fast 30 Prozent auf rund 1,19 Milliarden Euro. Der Umsatz erhöhte sich vor allem wegen des dazugekommenen VDO-Geschäfts um fast zwei Drittel auf 13,25 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern lag mit 912 Millionen Euro in etwa auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums.

Die Netto-Finanzschulden lagen Ende Juni bei rund elf Milliarden Euro. Conti hatte sich wegen der Übernahme von VDO im vergangenen Jahr, die rund 11,4 Milliarden Euro kostete, hoch verschuldet. Der Schuldenabbau habe weiter oberste Priorität, sagte Vorstandschef Manfred Wennemer. "Wir sind zuversichtlich, den Schuldenstand in diesem Jahr deutlich reduzieren zu können."

Der Anstieg der Rohstoffkosten belastete Conti in den ersten sechs Monaten mit rund 84 Millionen Euro im Vergleich zu den Preisen im Vorjahreszeitraum, vor allem in den Reifenbereichen. Der Konzern wolle einen Großteil der Belastungen kompensieren, etwa durch Effizienzsteigerungen und Preiserhöhungen, hieß es.

Unter den einzelnen Sparten macht vor allem der Bereich Nutzfahrzeugreifen Probleme. Der Umsatz der Sparte sank insbesondere wegen des schwachen US-Marktes um drei Prozent auf rund 685 Millionen Euro. Das operative Ergebnis sank um mehr als die Hälfte auf rund 28 Millionen Euro. Die Umsatzrendite lag bei 4,2 Prozent, nach 8,3 Prozent im Vorjahreszeitraum. Damit lag sie weit von der internen Zielmarke von zehn Prozent entfernt.

Insgesamt verringerte sich die Umsatzrendite des Konzerns vor allem wegen der schwächeren Ertragskraft der früheren VDO-Geschäfte "erwartungsgemäß" von 11,4 Prozent auf 6,9 Prozent. Conti will VDO zügig auf Rendite trimmen.

Probleme hat Conti vor allem im neuen Konzernbereich Powertrain. Die Sparte, in der große Teile von VDO aufgegangen sind, wies im ersten Halbjahr eine Umsatzrendite von nur 2,8 Prozent auf. Der Konzern will die auf Antriebssysteme spezialisierte Sparte restrukturieren, Stellen streichen und einen Teil der Produktion in Niedriglohnländer verlagern. Insgesamt will Conti im Zuge der VDO-Integration tausende Stellen abbauen.

Conti befindet sich derzeit in einem Abwehrkampf gegen eine geplante Übernahme durch die fränkische Schaeffler-Gruppe. Das wesentlich kleinere Familienunternehmen aus Herzogenaurach hatte den Conti-Aktionären am Mittwoch offiziell 70,12 Euro pro Aktie angeboten. Conti lehnt das Angebot ab. Der DAX-Konzern mit derzeit rund 150.000 Beschäftigten weltweit hatte einen deutlich höheren Preis und eine Begrenzung der Schaeffler-Beteiligung auf 20 Prozent gefordert. Schaeffler dagegen bekräftigte das Ziel, mehr als 30 Prozent der Anteile zu erwerben. Conti arbeitet derzeit an der Abwehr der Übernahme und hat massiven Widerstand gegen umstrittene Finanzgeschäfte von Schaeffler angekündigt.

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