Continental

Aufsichtsratschef Grünberg soll gehen

Hubertus von Grünberg Foto: Continental

Im Streit mit dem Autozulieferer Continental verlangt der Schaeffler-Konzern den sofortigen Rückzug des Conti-Aufsichtsratsvorsitzenden Hubertus von Grünberg.

Da von Grünberg gemeinsame Lösungen systematisch sabotiere und eigene Interessen verfolge, sei das Vertrauen zerstört, erklärte Schaeffler am Dienstag (20.1.) in einer Stellungnahme in Herzogenaurach.


Solange der Aufsichtsrat von Grünberg gewährenlasse und dieser nicht zurücktrete, behalte sich Schaeffler als Conti-Großaktionär das Recht vor, alle zehn Sitze der Anteilseigner im Aufsichtsrat neu zu besetzen. Damit werde die Investorenvereinbarung zwischen Schaeffler und Conti nicht gebrochen, erklärte Schaeffler. Der Vereinbarung zufolge kann Schaeffler selbst nur vier Vertreter direkt in das Aufsichtsratsgremium entsenden.

"Wenn von Grünberg den Aufsichtsrat verlässt und wir vier Aufsichtsratssitze bekommen, sehen wir keine Notwendigkeit für eine außerordentliche Hauptversammlung", erklärte Schaeffler-Sprecher Detlef Sieverdingbeck. Von Grünbergs Rücktritt müsse "zeitnah" erfolgen. Sobald Ruhe eingekehrt sei, werde Schaeffler mit allen Beteiligten konstruktive Lösungen anstreben.

Hintergrund des Zerwürfnisses sind unter anderem Spekulationen um eine Kapitalerhöhung von einer Milliarde Euro bei Continental. Conti-Aktien waren daraufhin abgestürzt.

IG Metall übt Kritik

Die IG Metall in Niedersachsen hat das Vorgehen der Schaeffler-Gruppe im Zuge der Übernahme von Continental scharf kritisiert. "Rechtsverbindliche Verträge sind einzuhalten", sagte der niedersächsische IG Metall-Bezirkschef und Conti-Aufsichtsrat Hartmut Meine am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur dpa in Hannover. "Ich kann die Geschäftsführung der Schaeffler-Gruppe vor einem Bruch der Investorenvereinbarung nur warnen, wir leben in keiner Bananenrepublik."

 

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