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Continental Morphing Controls

Revolution im Autoinnenraum der Zukunft?

06/2018, Continental Morphing Controls Foto: Continental

Designer streben einen möglichst knopflosen Innenraum im Auto an. Im Alltag der Kunden haben klar erreichbare Tasten aber große Vorteile. Continental scheint eine Lösung gefunden zu haben, die beide Seiten zufriedenstellt.

13.06.2018 Bernd Conrad Powered by

Das knopflose Cockpit im Auto ist ein Schönheitsideal für Designer und zeitgeistige Kunden. Leider muss man aber mit jeder neuen Reduktion am Armaturenbrett tiefer in Menus tauchen, dabei einen Touchscreen verwenden oder sich mit einer oftmals zickigen Sprachsteuerung herumschlagen. Da folgt die Funktion dann gerne mal der Form, was ein hohes Ablenkungsrisiko zur Folge hat.

Der Automobilzulieferer Continental hat jetzt eine Technologie angekündigt, die sowohl Ansprüche an die Ästhetik als auch an die Funktionalität unter einen Hut bringen soll. Der Name: Morphing Controls („sich verwandelnde Bedienelemente“).

Ein dehnbares und lichtdurchlässiges Material mit dem Aussehen und der Haptik von Kunstleder soll für eine klare Oberflächengestaltung sorgen. Symbole können ja nach Bedarf auf dem Material eingeblendet werden, zum Beispiel für ein bestimmtes Bedienelement. Wenn sich die Hand des Fahrers oder des Beifahrers dem entsprechenden Symbol nähert, wölbt sich die Oberfläche nach außen. Eine Bedientaste mit haptischer Rückmeldung entsteht also genau in dem Moment, in dem sie benötigt wird. Nach Gebrauch verschwindet sie wieder spurlos.

Vorstellung noch im Juni 2018

06/2018, Continental Morphing Controls Foto: Continental
Oben Displayflächen, darunter die Morphing Controls. So stellt sich Continental das Cockpit der Zukunft vor.

Hinter der Oberfläche ist eine ganze Bandbreite an Technik verbaut. Kapazitive Annäherungssensoren erkennen die Handbewegung. LED zeigen die virtuelle Taste an, die sich durch das dehnbare Material physisch abhebt. Ein Sensor misst den Fingerdruck der Hand auf dem Bedienelement und löst dann in der Software den entsprechenden Befehl aus, zum Beispiel die Aktivierung der Sitzheizung. Nicht nur Druckknöpfe, auch Schieberegler sollen sich mit der Technologie darstellen lassen.

Entwickelt werden die Morphing Controls, die man noch im Juni 2018 als Prototyp vorstellen will, von der Continental-Geschäftseinheit Benecke-Hornschuh Surface Group. Deren Leiter, Dr. Dirk Leiß, erklärt: „Leise Oberflächen im Fahrzeuginnenraum verursachen nur wenig Ablenkung für das Auge. Gleichzeitig ist die Bedienung dank Annäherungssensoren, Krafterkennung und taktiler Rückmeldung unglaublich einfach. Morphing Controls sind ein modulares Konzept, das sich für die Türverkleidung oder auch für den Dachhimmel eignet.“

Damit dürften sich für Designer neue Möglichkeiten eröffnen, zum Beispiel eine neuartige Gruppierung von Bedieninseln für jeden Mitfahrer in einem selbstfahrenden Auto. Ob und welcher Hersteller bereits ein Kunde für die Morphing Controls ist, wurde noch nicht bekanntgegeben.

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