Continental steigert Gewinn und bekräftigt Prognose

Der Autozulieferer Continental hat nach einem positiven dritten Quartal trotz Belastungen in Russland und den USA die Gewinnerwartungen für das Jahr 2004 bestätigt.

Das operative Ergebnis des Vorjahres von 855 Millionen Euro soll übertroffen werden, sagte Konzernchef Manfred Wennemer an Mittwoch (3.11.). Ohne die Kosten für die Schließung des US-Werks Mayfield werde der operative Gewinn mit deutlich mehr als einer Milliarde Euro eine Rekordmarke erreichen. Die Kosten in Mayfield schlugen bis Ende September mit knapp 105 Millionen Euro zu Buche. Im Gesamtjahr sollen sie die erwarteten 120 Millionen Euro nicht überschreiten.

In den ersten neun Monaten des Jahres stieg der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) um 17,6 Prozent auf 777,3 Millionen Euro, teilte Conti am Mittwoch in Hannover mit. Der Umsatz legte um 8,6 Prozent auf 9,2 Milliarden Euro zu. Der Überschuss stieg um 75,8 Prozent auf 430,6 Millionen Euro.

Preiserhöhungen werden nicht ausgeschlossen

Im dritten Quartal steigerte Conti das EBIT auf 292 Millionen Euro von 261 Millionen Euro im Vorjahr. Der Umsatz legte auf 3,06 Milliarden Euro von 2,8 Milliarden Euro im dritten Vierteljahr 2003 zu. Der Überschuss wurde dank einer niedrigeren Zins- und Steuerlast mit 209 Millionen Euro mehr als vervierfacht (Vorjahr: 49,5 Millionen Euro). Dazu habe ein steuerlicher Einmaleffekt von 60 Millionen Euro in den USA beigetragen, erklärte Hippe.

Wegen der gestiegenen Stahlkosten denkt Continental unterdessen über Preiserhöhungen nach. Sollte es zu weiteren Preissteigerungen beim Rohmaterial kommen, werde es sicherlich im Ersatzgeschäft Preiserhöhungen geben, sagte Finanzvorstand Alan Hippe. Das Unternehmen spreche wegen der Stahlpreise derzeit mit den Automobilherstellern. Conti hatte bereits im August die Preise im Ersatzteilegeschäft um zwei Prozent erhöht.

Der übernommene Hamburger Konkurrent Phoenix werde vom 1. November an in der Konzernbilanz konsolidiert, sagte Hippe weiter. Dies führe zu einem Umsatzanstieg von rund 200 Millionen Euro. "Der Ergebnisbeitrag ist noch offen." Der Finanzchef konnte noch nicht sagen, welche Umsatzeinbußen Phoenix durch EU-Auflagen haben werde. Conti/Phoenix muss den 50-prozentigen Anteil an Vibracoustic und die Produktion von Luftfedern für Nutzfahrzeuge in Ungarn verkaufen.

Das Abfindungsangebot für die verbliebenen knapp 25 Prozent Phoenix-Aktionäre werde voraussichtlich im Frühjahr 2005 abgegeben, sagte Hippe. Continental will Phoenix mit der Sparte ContiTech in einer neuen Aktiengesellschaft verschmelzen und strebt einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag an. Die Phoenix-Übernahme kostet Continental nach bisherigem Stand etwa 230 Millionen Euro.

Das Winterreifengeschäft liege per Ende September um zwölf Prozent über dem Vorjahresniveau, sagte Hippe. "Damit es ein außerordentlich gutes Jahr werden kann, muss es jetzt noch schneien." Im Gesamtjahr will Europas größter Reifenhersteller 104 Millionen Pneus absetzen. Ein EBIT-Plus von 50 Prozent wurde in der Pkw-Reifensparte von den Kosten in Mayfield zunichte gemacht. Inklusive der Restrukturierungskosten stieg das operative Ergebnis lediglich um 4,7 Prozent auf 250,4 Millionen Euro. Bei der Beteiligung an einem Moskauer Reifenhersteller wird eine Wertberichtigung erwartet.

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