Cordes

Mercedes-Strategie stimmt

Foto: Daimler-Chrysler

Der künftige Mercedes-Chef Eckhard Cordes hält eine Modifizierung der Strategie bei der wichtigsten Daimler-Chrysler-Sparte für nicht notwendig.

"Bestimmte Instrumente, um die Profitabilität zu erhöhen, könnten, wenn es nötig ist, übertragen werden. Dass es notwendig ist, Strategieanpassungen bei der Mercedes Car Group vorzunehmen, glaube ich aber eher nicht", sagte Cordes, bislang für das Nutzfahrzeuggeschäft im Konzern verantwortlich, der Zeitung "Die Welt".

Cordes übernimmt am 1. Oktober den Mercedes-Chefposten. In einem Gespräch mit dem "Handelsblatt" schloss er eine engere Kooperation im Motorensektor mit Chrysler nach dem Vorbild der Nutzfahrzeugsparte aus. Im Pkw-Bereich seien die Motoren für die Markenidentität viel entscheidender. "Das Modell "einheitliche Motorenfamilie" kann also nicht kopiert werden."

Nutzfahrzeuge im Aufwind

Für den Nutzfahrzeugbereich, dem Cordes vier Jahre vorstand, rechnet der Manager in diesem Jahr mit einer deutlichen Verbesserung des operativen Ergebnisses (Vorjahr: 855 Mio Euro). Der Absatz werde 2004 inklusive der seit April konsolidierten Sparte Mitsubishi Fuso auf rund 680.000 Fahrzeuge steigen, sagte er der "Welt".

Cordes rechnet mit einem anhaltenden Aufschwung bei Nutzfahrzeugen und einer stabilen Beschäftigungslage des Bereichs in Deutschland. Im Lkw-Werk Wörth werde man im Gesamtjahr 700 neue Mitarbeiter befristet einstellen, davon seien bereits 500 besetzt, sagte Cordes den "Stuttgarter Nachrichten". Weltweit sollen in der Sparte in diesem Jahr 4.000 Stellen hinzu kommen. Cordes kritisierte, in Deutschland werde zu wenig in den Straßenbau investiert, obwohl das Gütervolumen auf der Straße weiter zunehmen dürfte.

Die zahlreichen Rückrufaktionen bei Fuso hätten dem Image der japanischen Lkw-Tochter nicht geschadet, betonte Cordes im "Handelsblatt". Sobald Daimler-Chrysler die Schäden quantifizieren könne, werde der Konzern diese mit dem Fuso-Vorbesitzer Mitsubishi Motors besprechen. "Wir sind alle an einer gütlichen Einigung interessiert." Im kommenden Jahr werde das Lkw-Joint-Venture in China starten. "In China wollen wir mit unserem Partner Beiqi Foton ab Ende 2005 zum Vollanbieter von Nutzfahrzeugen vom Spitzensegment bis zu günstigen Nutzfahrzeugen für jeden Markt werden", sagte Cordes der "Welt". Nicht ausgeschlossen sei auch ein Export aus China. "Im unteren Preisbereich ist das denkbar, sogar über Asien hinaus - beispielsweise nach Russland", erklärte er im "Handelsblatt".

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