Daimler-Chrysler baut Anti-Korruptionsabteilung auf

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Vor dem Hintergrund von Ermittlungen der US-Börsenaufsicht SEC verstärkt Daimler-Chrysler nach Zeitungsinformationen die Anstrengungen zur Abwehr von Korruption. "Dieses Thema hat bei uns im Management einen sehr hohen
Stellenwert", sagte Finanzvorstand Bodo Uebber im Interview mit der "Stuttgarter Zeitung".

Daimler-Chrysler hat nach Angaben des Finanzvorstands eine eigene Organisation mit 50 Mitarbeitern aufgebaut, die mit ihren Aktivitäten Fehlverhalten verhindern soll. Ein Unternehmenssprecher bestätigte am Freitagabend (24.11.) die Existenz einer solchen Organisation.

Uebber sagte der Zeitung: "Eines muss jedem bei Daimler-Chrysler klar sein: Kein Geschäftsabschluss ist es wert, dafür den Ruf des Unternehmens aufs Spiel zu setzen." Weltweit würden derzeit die Richtlinien überprüft, und wenn notwendig überarbeitet. Mehr als 10.000 Mitarbeiter seien bereits mit großem Trainingsaufwand geschult worden. Zudem gebe es ein Büro, das Beschwerden und Informationen über vermutete Verstöße gegen interne Regelungen und gesetzliche Vorschriften behandle.

Ferner sei eine Telefon-Hotline für alle Fragen rund um den Vertrieb eingerichtet worden, sagte er dem Blatt. Dort erhielten Mitarbeiter Beratung in allen Zweifelsfällen. Sie könnten etwa erfahren, ob sie nach indonesischem oder deutschem Recht alles richtig machen. "Diese Telefon-Hotline wird sehr gut angenommen, denn alle wollen auf Nummer Sicher gehen", sagte Uebber.

Die US-Börsenaufsicht SEC ermittelt bereits seit 2004 gegen den Konzern, weil Manager angeblich in mehr als einem Dutzend Länder Schmiergelder gezahlt haben sollen. Daimler-Chrysler hatte selber dazu früher erklärt, dass vor allem in Afrika, Asien und Osteuropa solche Zahlungen erfolgt seien. Laut dem Hamburger Magazin "Stern" vom September mussten im Zuge dieser Ermittlungen bereits etwa 15 Manager den Autokonzern verlassen. Anwaltskosten und Strafzahlungen hätten den Umfang von etwa 400 Millionen Euro erreicht. In die Ermittlungen ist auch die Staatsanwaltschaft Stuttgart eingeschaltet. Sie untersucht Bestechungsvorwürfe wegen der Lieferung von Autos nach Polen und Ghana. Erst vor kurzem war bekannt geworden, dass mehrere hochrangige Manager von Daimler-Chrysler über unkorrekte Geschäfte im Busbereich gestolpert sind.

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