Daimler-Chrysler

Betriebsrat gefährdet Bilanz-Termin

Foto: Daimler-Chrysler

Daimler-Chrysler-Vorstandschef  Dieter Zetsche kann seine Bilanz für 2006 womöglich nicht pünktlich vorlegen und muss deswegen eventuell die Hauptversammlung des Konzerns verschieben. "Es gibt ein massives Risiko, dass wir den Terminplan nicht einhalten können", sagteeine Konzernsprecherin am Sonntag (14.1.) in Stuttgart.

Sie bestätigte damit Zeitungsberichte, nach denen der Betriebsrat des Konzerns die Mehrarbeit der Finanzbuchhalter auch am Wochenende - wie im Januar in früheren Jahren üblich - nicht genehmigt habe. Die Konzernleitung sei zuversichtlich, dass die Bilanz doch noch rechtzeitig erstellt wird, um den Terminplan einzuhalten.

Nach Berichten der "Stuttgarter Nachrichten" und der "Stuttgarter Zeitung" soll das Arbeitsgericht an diesem Dienstag über die Einrichtung einer Einigungsstelle entscheiden. "Wir brauchen die gesamten Wochenenden im Januar und auch Überstunden unter der Woche", sagte die Sprecherin. Betroffen seien 40 Mitarbeiter von der Mehrarbeit. Genehmigt habe der Betriebsrat lediglich die Wochenendarbeit von einer Hand voll Mitarbeiter, die mit der Umstellung auf ein neues Abrechnungssystem beschäftigt sind. Am 14. Februar will Zetsche die Jahreszahlen präsentieren, die Hauptversammlung ist für den 4. April angesetzt. Platzen diese Termine, wäre das eine Blamage für den Vorstand, wie die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" schreibt.

Entgegen der früheren Praxis weigert sich der Betriebsrat dieses Jahr mit Blick auf den Stellenabbau in der Konzernverwaltung, Überstunden der Buchhalter zu genehmigen. Hintergrund der Haltung des Betriebsrates sind nach Darstellung der "Stuttgarter Nachrichten" zudem Pläne des Konzerns, Arbeitsabläufe, die über viele verschiedene Standorte verteilt sind, an wenigen Stellen zu bündeln, um Doppelarbeit zu verhindern. Davon betroffen seien auch Stellen in der Buchhaltung. Ein neue Zentralstelle soll den Berichten zufolge in Prag entstehen. Dies will der Betriebsrat verhindern - und nutze die Buchhalter als Druckmittel.

"Wir verlangen, dass der Vorstand auf einen zusätzlichen Standort für das Rechnungswesen im Ausland verzichtet, zumal an den elf bisherigen deutschen Standorten ein Personalüberhang ausgewiesen wird", sagte Betriebsratschef Erich Klemm der "FAS". Diese Taktik kritisiert der Daimler-Vorstand als inakzeptabel. "Das ist eine unzulässige Vermischung von zwei Themen", sagte die Daimler-Sprecherin. Zudem sei noch keine endgültige Entscheidung in Sachen Prag gefallen.

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