Daimler-Chrysler

Bischoff für Kopper

Foto: dpa

Update ++ Der langjährige Daimler-Chrysler-Topmanager Manfred Bischoff soll Finanzkreisen zufolge Nachfolger von Aufsichtsratschef Hilmar Kopper werden.

Die Wahl Bischoffs durch das Kontrollgremium des Autokonzerns sei intern bereits vereinbart, erfuhr die Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX am Mittwoch (8.3.) aus Finanzkreisen. Den Informationen zufolge könnte der 70-jährige Kopper womöglich bereits vor Ablauf seiner Amtszeit zurücktreten. Offiziell endet diese im April 2007.

Daimler-Chrysler wollte die Informationen nicht kommentieren. "Der Aufsichtsratsvorsitzende wird aus dem Kreis des Aufsichtsrats gewählt", sagte ein Sprecher. Der 62-jährige Bischoff wird - wie bereits bekannt - zur Hauptversammlung am 12. April zunächst für die Wahl als einfaches Mitglied des Aufsichtsrats vorgeschlagen.

Mit Bischoff an der Spitze des Daimler-Chrysler-Aufsichtsrats würde erstmals seit vielen Jahren nicht der Großaktionär Deutsche Bank den Chefposten in dem Gremium besetzen. Deutschlands größte Bank hatte ihre Beteiligung an dem Autokonzern in den vergangenen Monaten auf unter fünf Prozent reduziert. Nach Informationen von dpa-AFX wird Bischoff sowohl von den Arbeitnehmervertretern als auch von der Kapitalseite im Aufsichtsrat als "idealer und integrer" Kopper-
Nachfolger betrachtet.

Bischoff war von 1995 bis 2003 Vorstandsmitglied bei Daimler-Chrysler und gilt als enger Weggefährte und Vertrauter des zum Jahresende zurückgetretenen Vorstandschefs Jürgen Schrempp. Beim Luft- und Raumfahrtkonzern EADS, an dem Daimler-Chrysler rund ein Drittel der Anteile hält, ist Bischoff Aufsichtsratschef. Zudem sitzt er in den Kontrollgremien einer Reihe weiterer deutscher und internationaler Unternehmen wie Fraport, KPN und Lagardere.

Gegen der früheren Deutsche-Bank-Chef Kopper ermittelt derzeit die Staatsanwaltschaft wegen eines möglichen Verstoßes gegen Insiderregeln. Der Manager soll nach Medienberichten den heutigen Vorstandschef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, im Sommer 2005 angeblich vorab über die Rücktrittsankündigung von Daimler-Chrysler-Chef Schrempp informiert haben. Kopper bestreitet die Vorwürfe.

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