Daimler-Chrysler

Fusion mit Nachwehen

Foto: Daimler-Chrysler

Für die Fusion der Autobauer Daimler-Benz und Chrysler ist ein finanzieller Nachschlag an die Aktionäre fällig. Das Landgericht Stuttgart sprach 17 Alt-Aktionären der Daimler-Benz AG die Zuzahlung von 22,15 Euro je Aktie für die Verschmelzung mit dem US-Konzern zu. Doch in Untertürkheim will man die Entscheidung anfechten.

Daimler-Chrysler soll 232 Millionen Euro Nachschlag an Alt-Aktionäre zahlen. Die Kammer sei nach einem Gutachten zu der Überzeugung gekommen, dass die Papiere des Stuttgarter Automobilkonzerns bei der Fusion zu niedrig bewertet wurden, erklärte ein Gerichtssprecher am Montag (21.8.). Daimler-Chrysler kündigte an, Rechtsmittel gegen den Gerichtsbeschluss einzulegen.

Eine Zuzahlung sei unangemessen, sagte ein Unternehmenssprecher als Begründung. Damit wird sich das Oberlandesgericht Stuttgart mit dem Fall befassen. Der Autokonzern hatte bereits in seinem Geschäftsbericht eine harte Position angekündigt: "Wir beabsichtigen, uns auch weiterhin nachdrücklich gegen die geltend gemachten Ansprüche zu verteidigen", schreibt Daimler-Chrysler. Ob nun eine Klagewelle folgen wird, ist nach Angaben des Gerichtssprechers offen.

Daimler: Hoffen auf Oberlandesgericht

Rund 1,8 Prozent der damaligen Daimler-Benz-Aktionäre hatten 1998 bei der Fusion der Stuttgarter mit dem US-Konzern Chrysler ihre knapp 10,5 Millionen Papiere nicht freiwillig 1:1 in neue Daimler-Chrysler-Aktien getauscht. Nach dem Zwangsumtausch hatten 17 Aktionäre auf eine Barzuzahlung geklagt, weil sie ihre Aktien bei der Verschmelzung für unterbewertet hielten.

In einem ähnlichen Fall hatte das Stuttgarter Oberlandesgericht ein Urteil des Landgerichts zu einer Nachzahlung an Aktionäre aufgehoben. Dabei wurde unter anderem argumentiert, es sei grundsätzlich nicht Aufgabe des Gerichts, im Rahmen der Unternehmensbewertung eigene Wertungen an die Stelle der Entscheidungen der Verhandlungsführer zu setzen, wie es das Landgericht getan habe.

Aktie kurz unter Druck

Vor drei Jahren hatte Daimler-Chrysler dagegen in einem Vergleich rund 300 Millionen Dollar an eine Gruppe von US-Aktionären gezahlt, da diese ihre Chrysler-Aktien bei der Fusion für unterbewertet hielten. Eine ähnliche Klage des ehemaligen Chrysler-Großaktionärs und Multimilliardärs Kirk Kerkorian hatte ein US-Gericht zurückgewiesen.

Die Aktie von DaimlerChrysler geriet nach dem Gerichtsbeschluss am Montag kurz unter Druck. Der Kurs sank am frühen Nachmittag um 1,13 Prozent auf 40,94 Euro. Am Vormittag war der Kurs bis auf 40,40 Euro gestürzt. "Wie man am Daimler-Kurs sieht, war vielen Anlegern erst einmal das Herz in die Hose gerutscht, aber auf den zweiten Blick sieht die Entscheidung nicht mehr so schlimm aus - der dann fällige Betrag von rund 230 Millionen Euro wäre für Daimler-Chrysler kein großes Problem", sagte ein Händler.

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