Daimler-Chrysler im Visier von Hedge-Fonds

Der Stuttgarter Autokonzern Daimler-Chrysler gerät nach einem Zeitungsbericht auch wegen der Marke Smart immer stärker in das Visier von Hedge-Fonds. Nach Schätzungen führender Investmentbanker hielten diese Fonds bereits rund 20 Prozent der Aktien des DAX-Konzerns, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) am Dienstag (23.8.).

Ein Sprecher von Daimler-Chrysler sagte in Stuttgart: "Die 20 Prozent können wir nicht bestätigen." Er fügte hinzu: "Wir sprechen mit Hedge-Fonds wie mit anderen institutionellen Investoren auch."

Die Fonds wollten den designierten Konzernchef Dieter Zetsche nach Angaben aus Finanzkreisen insbesondere beim Thema Smart in die Zange nehmen. "Sie werden bald darauf dringen, Smart zuzumachen", zitiert das Blatt aus den Kreisen. Ein Sprecher der Kleinwagenmarke Smart sagte am Dienstag, das Unternehmen sei mitten in der Restrukturierung. Die Sanierungsmaßnahmen kämen planmäßig voran. Seit Beginn der Sanierung seien in Europa 195 neue Vertriebs- und Servicestützpunkte eröffnet worden.

Die Hedge-Fonds spekulierten nach Angaben eines hochrangigen Frankfurter Bankmanagers darauf, dass Zetsche die operative Sanierung von Daimler-Chrysler gelinge. Wenn nicht binnen einiger Monate Fortschritte erkennbar seien, würden die Hedge-Fonds massiven Druck ausüben, zitiert das Blatt einen anderen Bankmanager.

Bei dem Verkauf von 35 Millionen Daimler-Chrysler-Aktien durch die Deutsche Bank am 28. Juli seien rund zwei Drittel dieser Anteile an Hedge-Fonds weitergegeben worden, zitiert die "FAZ" Investment-Kreise. Zudem habe ein Banker einen früheren Bericht der "Financial Times" bestätigt, nachdem die britische CVC mit anderen angloamerikanischen Beteiligungsfonds schon mehrmals ein Auge auf Daimler-Chrysler geworfen habe. Allerdings habe dabei nicht eine Mehrheitsübernahme zur Debatte gestanden, sondern die Fonds seien im Falle einer Zerschlagung an einem Kauf von Einzelteilen interessiert.

Längst würden Zerschlagungsszenarien bei Hedge-Fonds durchgespielt, schreibt die "FAZ" weiter. Hierzu zählten der Verkauf der EADS-Beteiligung, die Trennung von der Nutzfahrzeugsparte oder sogar eine Abspaltung von Chrysler.

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