Daimler-Chrysler

Insiderverdacht gegen Kopper

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Gegen den Aufsichtsratschef der Daimler-Chrysler AG, Hilmar Kopper, wird wegen eines Verstoßes gegen Insiderregeln ermittelt. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Stuttgart bestätigte am Mittwochabend (18.1.) einen Bericht der "Stuttgarter Zeitung".

Die Frankfurter Staatsanwaltschaft ermittelt im Zusammenhang mit dem Schrempp-Rücktritt gegen Daimler-Chrysler-Aufsichtsratschef Hilmar Kopper. Dabei geht es um einen möglichen Verstoß gegen Insiderregeln. Auslöser für die Ermittlungen sollen nach Informationen der "Stuttgarter Zeitung" (19.1.) Erkenntnisse der Finanzaufsicht BaFin sein.

Kopper wird verdächtigt, den Chef des Daimler-Chrysler-Großaktionärs Deutsche Bank, Josef Ackermann, vor der offiziellen Bekanntgabe am 28. Juli über den überraschenden Führungswechsel bei dem Autokonzern unterrichtet zu haben. Dies wäre ein Verstoß gegen das Wertpapierhandelsgesetz. Kopper stand früher selbst an der Spitze der Deutschen Bank.

Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Stuttgart bestätigte, dass ein Verfahren in Stuttgart eingeleitet und dann an die Frankfurter Staatsanwaltschaft weitergegeben worden sei. Diese prüfe gegenwärtig die Übernahme des Verfahrens. Einzelheiten nannte die Sprecherin nicht. Daimler-Chrysler wollte sich am Donnerstag nicht zu dem Vorgang äußern.

Die größte deutsche Bank hatte am Tag der Bekanntgabe des Rücktritts des damaligen DaimlerChrysler-Chefs Jürgen Schrempp ein Aktienpakt von 3,5 Prozent verkauft. Die Transaktion hatte ein Volumen von 1,4 Milliarden Euro. Insgesamt wurden 35 Millionen Aktien mit einem Vorsteuergewinn von 337 Millionen Euro platziert. Der Nettobuchgewinn lag aus Bilanzierungsgründen aber nur bei 37 Millionen Euro.

Zeit- und Info-Vorteil für die Deutsche Bank?

Kopper hatte das Rücktrittsszenario gemeinsam mit Schrempp abgestimmt. Dem Aufsichtsrats-Chef wird nun vorgeworfen, sein Insiderwissen angeblich an Ackermann vor der Pflichtmitteilung weitergegeben und der Bank damit einen Zeit- und Informationsvorsprung verschafft zu haben. Allerdings hatte die Bank seit längerem keinen Hehl daraus gemacht, dass man ab einem Kurs der Daimler-Chrysler-Aktie von 38,50 Euro aktiv werden würde. Das Kreditinstitut hält jetzt noch 6,9 Prozent an Deutschlands größtem Unternehmen.

Die "Kritischen Aktionäre" von Daimler-Chrysler forderten am Donnerstag den sofortigen Rücktritt von Kopper. Schon die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens zerstöre das Vertrauen der Kleinaktionäre in den Aufsichtsratsvorsitzenden.

Die Rücktrittsankündigung von Schrempp hatte am 28. Juli ein Kursfeuerwerk ausgelöst. Die Daimler-Chrysler-Aktie verteuerte sich in der Spitze um mehr als zehn Prozent auf 40 Euro und schloss an jenem Tag bei 39,49 Euro. In einem seiner letzten Interviews als Daimler-Chrysler-Chef hatte Schrempp vor Weihnachten gesagt, wie die Deutsche Bank ihre Industriebeteiligungen abbaue, sei "hochakzeptabel". Zudem stimme die Bank ihr Verhalten in der Regel mit Daimler-Chrysler ab. Der Auto-Manager hatte ab Mai 2005 gemeinsam mit Kopper über das Rücktrittsszenario gesprochen. Dabei sei man sich einig gewesen, "dass Ende des Jahres der günstigste Zeitpunkt für einen Führungswechsel ist".

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hatte im Vorjahr zunächst auch gegen Daimler-Chrysler-Strategievorstand Rüdiger Grube und Kommunikationschef Hartmut Schick ermittelt. Das Verfahren wurde Mitte November eingestellt. Die Behörde teilte damals mit, die Untersuchungen hätten keinerlei Anhaltspunkte für Insidergeschäfte ergeben. Der Konzern hatte betont, man behalte sich weitere rechtliche Schritte gegen den Betreffenden vor, der die Beschuldigung erhoben habe.

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