Daimler-Chrysler plant Abbau von 26.000 Stellen (Update)

Um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern plant Daimler-Chrysler die Chrysler-Belegschaft um 20 % zu reduzieren.

Mit einem massiven Stellenabbau will Daimler-Chrysler seinen angeschlagenen amerikanischen Konzernteil aus der Krise führen. Insgesamt sind 26.000 Arbeitsplätze und damit jeder fünfte Chrysler-Mitarbeiter in den nächsten drei Jahren von dem Sanierungsplan betroffen, sechs Werke des Autoherstellers sollen bis 2002 stillgelegt werden. Das teilte Daimler-Chrysler heute in Auburn Hills mit. „Diese Entscheidungen sind absolut notwendig, um wettbewerbsfähig zu bleiben, ja um zu überleben“, sagte der neue Chrysler-Chef Dieter Zetsche auf einer überraschend einberufenen Pressekonferenz am Chrysler-Stammsitz in der der US-Autometropole Detroit. „Der Wettbewerb is brutal.“

„Heute ist der Wendepunkt“

Bereits bis Ende des Jahres soll 75 Prozent des Stellenabbaus vollzogen sein. Die betroffenen 19.000 Arbeiter und 6.800 Angestellten der insgesamt mehr als 125.000 Chrysler-Mitarbeiter sollen über Sonder- und Ruhestandsprogramme, aber auch Entlassungen aus dem Unternehmen ausscheiden. Tarifverträge würden nicht verletzt.

Chrysler schließt innerhalb der nächsten zwei Jahre sechs Fabriken in Mexiko, Argentinien, Brasilien und in Detroit. In weiteren Werken in den USA und Kanada werden Schichten gestrichen.

„Heute ist unser Wendepunkt“, sagte Zetsche. Zu den Kosten, demkünftigen Einsparungspotenzial und weiteren Details des Plans wolle er erst bei der Bilanzvorlage des Konzerns am 26. Februar in Stuttgart Stellung nehmen. Konzernsprecher Christoph Walther sagte der dpa, die Maßnahmen stellten „eine wichtige Voraussetzung dar, den Daimler-Chrysler-Konzern nachhaltig als weltweit führenden Automobilhersteller zu etablieren.“

„Der Prozess ist sehr schmerzhaft“

Zetsche ist mit dem Umfang und dem Zeitpunkt der Ankündigungen ein kleiner Überraschungscoup geglückt. „Wir haben entschieden, die Spekulationen zu beenden“, sagte Zetsche. „Diese Maßnahmen tragen dazu bei, die Unsicherheit vieler unserer Beschäftigen zu beseitigen.“

Der Prozess sei „sehr schmerzhaft“, werde die Profitabilität des Autobauers aber schneller verbessern. Die Zahl der Entlassungen hänge davon ab, wie viele Mitarbeiter freiwillig in den Ruhestand gingen.

Chrysler erwartet nach früheren Angaben im vierten Quartal 2000 einen Verlust in Höhe von 1,4 Milliarden Euro (2,7 Mrd DM). Konzernchef Jürgen Schrempp hatte angekündigt, dass für das laufende Geschäftsjahr erneut mit Verlusten zu rechnen sei.

Auch Zulieferer müssen Abstriche machen

Mit der Bekanntgabe des Stellenabbaus hat Zetsche den schwierigsten Teil seines Sanierungsplan an die Öffentlichkeit gebracht. Hinter ihm liegen Verhandlungen mit der mächtigen Gewerkschaft United Automobile Workers (UAW), die für die Chrysler-Arbeiter vor zwei Jahren Tarifverträge vereinbarte, die bis 2003 Bestand haben. Die Verringerung der Produktion wird auch Folgen für die Zulieferer des Autobauers haben und bei diesen Unternehmen vermutlich ebenfalls zu Entlassungen führen. Zetsche hatte zum Jahresanfang bereits die Lieferanten aufgefordert, ihre Preise um fünf Prozent zu senken. Mehrere Chrysler-Zulieferer, darunter auch deutsche Unternehmen, hatten gegen die Maßnahme protestiert.

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