Daimler-Chrysler

Schlichtung bei Überstunden

Foto: Daimler-Chrysler

Eine Einigungsstelle soll den Überstundenstreit beim Autokonzern Daimler-Chrysler schlichten. Das Arbeitsgericht Stuttgart gab am Dienstag (16.1.) einem Antrag der Arbeitgeberseite auf Einsetzung der Einigungsstelle statt.

Der Betriebsrat der Daimler-Chrysler-Zentrale will noch darüber beraten, ob er gegen den Beschluss Beschwerde einlegt. Hintergrund des Verfahrens ist der Antrag auf Überstunden in der Buchhaltung der Zentrale, um den Jahresabschluss rechtzeitig fertig stellen zu können. Leiten wird sie der Freiburger Arbeitsrichter Wolfgang Zeiser, der als erfahrener Einigungsstellenleiter gilt.

Der Rechtsvertreter der Arbeitnehmer hatte betont, der Betriebsrat sei weiter verhandlungsbereit und hatte sich deshalb gegen die Einigungsstelle gewandt. Sollte der Betriebsrat tatsächlich Beschwerde gegen den Beschluss einlegen, könnte es zu weiteren Zeitverzögerungen kommen. Vertreter von Daimler-Chrysler zeigten sich aber zuversichtlich, den Jahresabschluss rechtzeitig vorlegen zu können. Daimler-Chrysler will nach den jetzigen Planungen am 14. Februar in Detroit die Jahreszahlen präsentieren. Die Hauptversammlung ist für den 4. April in Berlin angesetzt.

Der Betriebsrat in der Daimler-Chrysler-Zentrale hatte sich geweigert, die Buchhalter - wie im Januar in früheren Jahren üblich - auch am Wochenende arbeiten zu lassen. Betriebsratschef Jörg Spies sagte, man habe den Konzern bereits  im Oktober wissen lassen, dass man künftig bei der Genehmigung von Überstunden restriktiver vorgehen werde. "Man kann nicht Personal abbauen und gleichzeitig stapelweise Anträge auf Mehrarbeit auf den Tisch legen", betonte er.

Hintergrund der harten Haltung des Betriebsrates ist der von Konzernchef Dieter Zetsche angestrebte Abbau von rund 6.000 Stellen in Management und Verwaltung. In Deutschland sind nach Arbeitgeberangaben rund 3.300 Stellen betroffen. Außerdem gibt es nach Betriebsratsangaben Pläne, die Finanzbuchhaltung in Stuttgart und im pfälzischen Wörth sowie an einem dritten kostengünstigen Standort im Ausland zu bündeln. Im Gespräch ist dabei Prag. Dies hat den Protest des Betriebsrates hervorgerufen.

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