Daimler-Chrysler

Vorstände verdienen prächtig

Foto: dpa

Die zehn Vorstandsmitglieder des Autokonzerns Daimler-Chrysler haben im vergangenen Jahr zusammen 34,9 Millionen Euro verdient. 2004 waren für elf Vorstände noch 31,6 Millionen Euro ausgezahlt worden.

In den Zahlen für das Jahr 2005 sind aber noch anteilige Zahlungen für im Laufe des Jahres ausgeschiedene Vorstände wie etwa den ehemaligen Mercedes-Chef Eckhard Cordes enthalten.

In dem am Montag (6.3.) vorgelegten Geschäftsbericht hieß es, für das Geschäftsjahr 2006 würden die Vorstandsbezüge erstmals individuell ausgewiesen. Damit folge man dem Gesetz zur Offenlegung von Vorstandsvergütungen. Der neue Vorstandschef Dieter Zetsche hatte bereits Ende Januar erklärt, er habe nichts gegen die Veröffentlichung seines Gehalts, sondern halte dies für richtig.

Bislang hatte sich Aufsichtsratschef Hilmar Kopper gegen eine individuelle Offenlegung der Gehälter der Top-Manager des Autokonzerns ausgesprochen. Kopper selbst hat als Aufsichtsratsvorsitzender im vergangenen Jahr 243.700 Euro erhalten. Sein Stellvertreter, der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Erich Klemm, bekam 168.700 Euro. Die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat haben erklärt, ihre Vergütung nach den Richtlinien des DGB an die gewerkschaftseigene Hans-Böckler-Stiftung abzuführen. Dem hat sich auch der amerikanische Gewerkschaftsvertreter Nate Gooden angeschlossen.

Die Vorstandsgehälter des Autobauers setzten sich 2005 aus 9,3 Millionen Euro fixen und 25,6 Millionen Euro erfolgsbezogenen Komponenten zusammen. Nachdem infolge der überraschenden Rücktrittankündigung des damaligen Konzernchefs Jürgen Schrempp Ende Juli 2005 der Aktienkurs kräftig gestiegen war, hatten einige Top-Manager ihre Aktienoptionen ausgeübt. Darunter waren auch mit dem ehemaligen Mercedes-Chef Eckhard Cordes und dem Einkaufschef Thomas Sidlik zwei Vorstände, die damit mehrere hunderttausend Euro verdienten.

Weiter beschäftigen den Konzern in den USA Klagen wegen angeblich falscher Angaben zum Wesen der Fusion von Daimler-Benz und Chrysler im Jahr 1998. Nachdem der Milliardär Kirk Kerkorian erwartungsgemäß gegen die Abweisung seiner Klage vor dem Bezirksgericht des US-Bundesstaates Delaware im Januar 2006 Berufung eingelegt hatte, wolle auch einen Gruppe von nicht aus den USA stammende Aktionären mit einer ähnlichen Klage Erfolg haben, geht aus dem Geschäftsbericht hervor. Nachdem das Gericht in Delaware diesen Klageantrag aber abgelehnt hatte, legten die Kläger am 17. Februar 2006 dagegen Berufung ein, heißt es weiter.

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