Daimler-Chyrsler

Turbulente Hauptversammlung

Foto: Daimler-Chrysler

Absatzminus, Mitsubishi-Probleme, wütende Aktionäre - Die Führungsriege des Autokonzerns Daimler-Chrysler muss sich am Mittwoch (7.4.) in Berlin auf eine turbulente Hauptversammlung einstellen.

Aktionärsverbände und einige große Fondsgesellschaften wollen vor den 8.000 bis 10.000 Anteilseignern die aus ihrer Sicht verfehlte Konzernpolitik deutlich attackieren. Ein Sprecher der Daimler-Chrysler AG in Stuttgart kündigte am Dienstag an, Konzernchef Jürgen Schrempp werde alle Probleme von Mitsubishi bis Toll Collect ansprechen.

Auch der seit Jahresanfang stockende Absatz des Hauptgewinnbringers Mercedes wird ein Thema sein. Im ersten Quartal 2004 lieferte die Mercedes Car Group (Mercedes-Benz, Smart, Maybach) weltweit 274.000 Fahrzeuge aus, ein Minus von 4,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Im Monat März betrug der Rückgang 1,8 Prozent. Besonders in Deutschland bleibt der erhoffte Nachfrageschub aus. Hier betrug das Minus per Ende März 5,9 Prozent.

Hubbert hofft auf die C-Klasse und en SLK

Dagegen zogen die Verkaufszahlen des Kleinwagens Smart um 10,8 Prozent an. Der scheidende Mercedes-Chef Jürgen Hubbert hofft auf die neuen Modelle der C-Klasse und den SLK. "Vor dem Hintergrund der aktuellen Modellwechsel erwarten wir für das erste Halbjahr 2004 einen leichten Absatzrückgang, der jedoch durch steigende Volumina im zweiten Halbjahr kompensiert wird", sagte er in Stuttgart.

Ungeachtet der in Berlin erwarteten massiven Kritik gilt es als sicher, dass Ex-Deutsche-Bank-Chef Hilmar Kopper am Mittwochabend erneut in den Aufsichtsrat gewählt und anschließend für weitere drei Jahre zum Vorsitzenden des Gremiums bestimmt wird. Die bereits angekündigte dreijährige Vertragsverlängerung für Vorstandschef Schrempp wird das Aufsichtsgremium dann formell absegnen.

Aktionärsverbände fordern Nichtentlastung

Einzelheiten zu dem neuen Sanierungsplan bei Mitsubishi Motors werde Schrempp in Berlin aber nicht preisgeben, weil der Plan noch nicht stehe, hieß es in Stuttgart. Ein Bericht der "Financial Times Deutschland", wonach der Kreis der Anteilseigner beim hochdefizitären japanischen Autobauer um neue Teilhaber erweitert werden sollte, wurde in der Konzernzentrale nicht kommentiert.

Die beiden großen deutschen Aktionärsverbände haben in Gegenanträgen die Nichtentlastung von Vorstand und Aufsichtsrat gefordert. So meint die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, dass Schrempps Vision einer Welt AG gescheitert sei. Wie die Deutsche Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) will auch der Investorenberater Institutional Shareholder Services (ISS) den Spitzenmanagern die Entlastung verweigern. Es gilt als sicher, dass wie in den Vorjahren Vorstand und Aufsichtsrat trotz der Kritik der Kleinaktionäre mit großer Mehrheit entlastet werden.

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