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Daimler und MV Agusta

Autobauer steigt wieder aus

Logo MV Agusta Foto: MV Agusta

Im Herbst 2014 hatte sich Daimler am Motorradbauer MV Agusta mit 25 % beteiligt. Jetzt steigen die Schwaben bei MV Agusta wieder aus. Ein russischer Investor übernimmt.

26.07.2017 Uli Baumann 1 Kommentar

Der italienische Motorradbauer MV Agusta kündigte am Dienstag (25.7.2017) an, die bisher vom Autobauer Daimler über seine Tochter Mercedes-AMG gehaltenen Anteile von 25 Prozent zurückzukaufen. Das Geld für den Rückkauf soll vom neuen MV Agusta-Investor ComSar Invest stammen. Das Unternehmen gehört zur russisch-amerikanischen Black Ocean Group, die sich bereits im Vorjahr bei den Italienern engagiert hat. Die Black Ocean Group verdient ihr Geld mit Öl- und Gasförderung und -vermarktung in Russland und Osteuropa. Mit der Übernahme der 25 Prozent von Mercedes-AMG soll der MV Agusta-Anteil der Black Ocean Group auf 50 steigen.

Keine Einigung bei Markenausrichtung

MV Agusta F3 AMG Foto: MV Agusta
Zusammenarbeit im Bereich Marketing: AMG und MV Agusta.

Offiziell wurden keine Gründe für die Trennung angegeben. Beobachter gehen davon aus, dass sich Daimler und MV Agusta-Chef Giovanni Castiglioni nicht über die Ausrichtung der Marke einigen konnten. Daimler hatte höhere Stückzahlen zugunsten einer höheren Wirtschaftlichkeit angestrebt. Castiglioni will MV Agusta noch exklusiver positionieren und auf exklusive Kleinserien setzen. Dazu wurde extra die neue Abteilung für Sonderanfertigungen RSV gegründet. RSV steht dabei für Reparto Veicoli Speciali, also Spezialfahrzeugbau. Das erste Projekt dieser Truppe ist die MV Agusta RVS#1, die Mitte Juni vorgestellt wurde.

Nachdem die Daimler-Tochter AMG beim italienischen Traditionshersteller Ducati von Audi ausgebootet wurde, hatte sich die Tuningtochter von Mercedes nach einem neuen Motorradpartner umgeschaut. Im April 2012 hatte die Zusammenarbeit mit Ducati geendet, als die VW-Tochter Audi den italienischen Motorradhersteller gekauft hatte. Der Autobauer und Ducati hatten im Bereich Marketing kooperiert.

Auch Audi will sich von Motorrad-Partner trennen

MV Agusta RVS#1Brutales Sondermodell

Mittlerweile scheint auch Audi sich wieder von Ducati trennen zu wollen. Als potenzieller Verkaufspreis werden rund 1,5 Milliarden Euro kolportiert. Es soll rund ein halbes Dutzend potenzielle Käufer geben. Neben Harley-Davidson sollen auch der indische Bajaj-Konzern sowie die Finanzinvestoren KKR, Bain Capital, Permira und Investindustrial an der italienischen Kultmarke interessiert sein. Bajaj ist bereits mit 48 Prozent am österreichisches Motorradbauer KTM beteiligt. Harley-Davidson hatte es 2008 bereits mit der einem italienischen Motorradbauer versucht und MV Agusta gekauft. Die italienischen Sportmotorräder sollten die Harley-Kultmodelle ergänzen.

Neuester Kommentar

und schon wieder halbe informationen...
die MV Agusta Motor-gruppe (also nicht nur Agusta als marke, sondern die ehemalige Cagiva-gruppe) wurde ja 2008 von Harley Davidson gekauft, aber schon 2010 für symbolisch 1€ an Hr. Castiglioni (Cagiva eben) zurückgeschenkt, da HD selbst am rande der pleite war.

aber zu Daimler, wie krank ist es, sich an einen kleinhersteller von ganz spezielle motorräder mit kunsthandwerkliche qualität und preise zu beteiligen, um von dessen image zu profitieren, aber dann verlangen dass mehr stückzahlen produziert werden, was eben völlig gegen dieses image geht?
das erinnert mich an die pizza, die nur in Deutschland mit ketchup und analog-gouda als "typisch italienisch" geschätzt wird...
lieber soll Agusta gloriös pleite gehen, mit frische tomaten, echte mozzarella, und verdiente lorbeeren, anstatt getrockneter basilikum. ;-)
(bitte keine pseudopatriotische diskussion, sarkasmus und klischees haben doch immer einen grund an wahrheit, ich bin ja auch ein lauter südländer, und immer spät dran.)

nicht dass Daimler bisher ein besonders gutes händchen mit andere marken bewiesen hätte, ich sage nur Chrysler und Maybach, dies ist der dritte fall von, mMn, grenzenlose arroganz, die nicht zum ziel führte.
klar, die finanzielle verwicklungen kann man überhaupt nicht vergleichen, MV Agusta hätte aus der Daimler-kaffeekasse bezahlt werden können, und darin ist nichts investiert worden.
jaaa, wieso denn nicht?
besonders viel interesse hatte Daimler nicht daran, irgendwas aus Agusta zu machen, ausser das image zu nutzen.
ja, nutzen? da kam, soweit ich weiss, nur ein einziges motorrad in speziallackierung (oder sogar mit ein paar spezialteile?), vom Daimler-marketing hätte man schon gewaltig mehr erwarten können.
also, anstatt den erhofften imagegewinn dürfte man jetzt ein vergleichsweise viel höheren imageschaden erwarten, eigentlich.
naja, Daimler kann sich sowas leisten, also tun sie's auch...
peinlich? verwerflich? ach was, einfach wirtschaftlich.

naja... 26. Juli 2017, 11:03 Uhr
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