DC-Chef Dieter Zetsche im Interview

"Image nicht ramponiert"

Foto: Beate Jeske 37 Bilder

Daimler-Chrysler-Chef Dieter Zetsche zu Gast in der Redaktion von auto motor und sport: eine Diskussion über Probleme mit der Mercedes-Qualität.

Sie haben gerade die E-Klasse überarbeitet. Welche Verkaufszahlen erwarten Sie?
Zetsche: Wir suchen derzeit nach Möglichkeiten, die Produktionskapazität der E-Klasse anheben zu können. Denn wir gehen davon aus, dieses Jahr mehr E-Klasse-Modelle verkaufen zu können als ursprünglich geplant.

Sind Sie beim Design nicht etwas zu kurz gesprungen?
Zetsche: Wir werden dem Kunden deutlich mehr Nutzen bieten. In der Technik haben wir viele Veränderungen und Verbesserungen in das neue Modell gegeben. In der Optik haben wir uns im Wesentlichen auf das Gesicht des Autos fokussiert, das deutlich dynamischer wirkt. Wir sind sicher, dass jeder Käufer sehen und vor allem merken wird: Das ist die neue E-Klasse.

Mit sehr vielen neuen inneren Werten. Der E-Klasse haftet ja der Makel mangelnder Zuverlässigkeit an. Was wollen Sie gegen dieses Negativimage tun?
Zetsche: Entscheidend ist, die Faktenlage zu ändern. Das ist geschehen. Die E-Klasse hat heute eine hervorragende Qualität und Zuverlässigkeit. Und die guten Erfahrungen der jetzigen Käufer wirken sich nun auf dem Markt aus. Auch psychologisch steht die neue E-Klasse für einen Neuanfang und einen deutlichen Schub nach vorne.

Viele Mercedes-Kunden haben das Grundvertrauen in die Marke verloren - wegen der Qualitätsprobleme. Das Image ist ramponiert. Wie wollen Sie beides wieder herstellen?
Zetsche: Das Vertrauen ist nicht grundsätzlich weg und das Image auch nicht ramponiert. Aber es ist überhaupt keine Frage: Wir haben in den vergangenen Jahren die Erwartungen einer Reihe von Kunden bezüglich der Qualität ihrer Autos enttäuscht. Wir sind voll darauf konzentriert, dies in kürzester Zeit aufzuarbeiten.

Wie wollen Sie die Qualität verbessern, wenn Sie doch gleichzeitig sparen müssen?
Zetsche: Da sehe ich keinen Zielkonflikt. Wenn Sie schlanke Prozesse haben, produzieren Sie beides: beste Qualität und gute finanzielle Ergebnisse. Es gibt ja Beispiele von Marken, die für große Zuverlässigkeit stehen und sich durch niedrige Kosten in der Produktion auszeichnen.

Reden wir also über Toyota. Haben Sie und Ihre deutschen Vorstandskollegen zum Toyota-Aufschwung nicht dadurch beigetragen, dass die japanische Marke immer als Vorbild bei der Zuverlässigkeit zitiert wird?
Zetsche: Das kann ich nicht ausschließen. Aber wir sind in jedem Fall gut beraten, wenn wir uns umschauen, ob ein Wettbewerber etwas besser kann als wir, und dann versuchen, so schnell wie möglich gleichzuziehen oder zu überholen. Das tun wir grundsätzlich, denn am Schluss ist dann der Kunde der Gewinner.

Das komplette Interview mit Daimler-Chrysler-Boss Dieter Zetsche unter anderem zu den künftigen Chancen von Smart und den Nutzen einer Deutschland AG lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von auto motor und sport Heft 11, das ab Mittwoch (10.5.) im Handel ist.

Die weitere Themen:

• Vorstellung Opel Antara
• Interview mit Daimler-Chrysler-Chef Dieter Zetsche
• Fahrbericht Mercedes E 500
• Test Opel Astra Twin Top
• Fahrbericht VW Eos

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