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Chrysler bremst Gesamtkonzern

Foto: Chrysler

Unerwartet hohe Verluste von mehr als einer Milliarde Euro bei der US-Tochter Chrysler werden den Gewinn von Daimler-Chrysler im dritten Quartal deutlich geringer ausfallen lassen als im Quartal davor.

Der Stuttgarter Autokonzern will bei Bekanntgabe der Zahlen für das dritte Quartal an diesem Mittwoch zudem erklären, wie sich die Krise beim Luft- und Raumfahrtkonzern EADS auf den Gewinn von Daimler-Chrysler auswirken wird. Der Autobauer ist mit 22,5 Prozent größter Anteilseigner an EADS.

Analysten gehen im Durchschnitt von einem operativen Gewinn von etwa 500 Millionen Euro bei DaimlerChrysler aus. Im Quartal zuvor hatte der Konzern noch einen Gewinn von 1,86 Milliarden Euro ausgewiesen. Konzernchef Dieter Zetsche hatte Mitte September überraschend erklärt, dass Chrysler statt erwarteter 500 Millionen Euro jetzt sogar von etwa 1,2 Milliarden Euro Verlust ausgehe. Für das Gesamtjahr wird in Detroit statt mit schwarzen Zahlen nun mit einem Minus von etwa einer Milliarde Euro gerechnet. Als Grund nannte der Autokonzern hohe Lagerbestände bei den Händlern, weil Chrysler nicht genug verbrauchsarme Fahrzeuge anbietet; hinzu kommen die teuren Rabattschlachten.

Das alles hat natürlich entsprechende Auswirkungen auf den Konzern-Operating-Profit für das ganze Jahr 2006. Waren hier mehr als sechs Milliarden Euro angepeilt, sollen es jetzt nach Konzernangaben nur noch etwa fünf Milliarden Euro sein. Nach Einschätzung von Beobachtern könnte der operative Gewinn wegen sinkender Erträge bei EADS/Airbus noch etwas geringer ausfallen. Das "Manager Magazin" erwartet 200 Millionen Euro weniger Gewinn durch die Airbus-Krise.

Chrysler bestätigte jetzt, dass unter Leitung von Chrysler-Chef Tom LaSorda ein Team das "Project Refocus" bearbeitet, mit dem die Kosten bei Chrysler um 1.000 Dollar je produziertem Auto gedrückt werden sollen. Auch Mercedes-Know-how werde hier eingebracht, unter anderem durch den Mercedes-Sanierer und Vize-Chef der Mercedes Car Group, Rainer Schmückle. Dieses Team sei im September nach Bekanntwerden des hohen Verlustes gebildet worden.

Chrysler zeigt sich aber optimistisch, mit neuen spritärmeren Modellen bald wieder Gewinne erzielen zu können. Zetsche kündigte bereits für das vierte Quartal schwarze Zahlen an. Bei einem Händlermeeting soll LaSorda nach einem Bericht des "Wallstreet Journal" erklärt haben, dass Chrysler 2007 seinen Marktanteil von jetzt 12,8 Prozent dank der neuen Modelle um rund einen Prozentpunkt steigern wolle.

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