DC-Krise

Proteste gehen weiter - Schrempp relativiert

Foto: dpa

Auch in der Nacht zum Freitag (16.7.) haben sich Beschäftigte bei Daimler-Chrysler zu Protestkundgebungen gegen die Sparpläne des Automobilkonzerns versammelt.

Im Werk Untertürkheim legte nach Gewerkschaftsangaben die komplette Nachtschicht ab 03.30 Uhr die Arbeit nieder. Insgesamt hätten sich auf drei Kundgebungen über 2.500 Beschäftigte beteiligt. Die größten Kundgebungen gab es in den Werkteilen Untertürkheim und Mettingen mit jeweils 1.200 Teilnehmern.

Schrempp rechnet mit Einigung

Bereits am Donnerstag nahmen laut Betriebsrat mehr als 60.000 Mitarbeiter an den Aktionen teil, das Unternehmen sprach von lediglich 25.000 Teilnehmern. Ungeachtet der scharfen Attacken auf den Kundgebungen gegen das Konzernmanagement, zeigte sich Konzernchef Jürgen Schrempp von einer Einigung überzeugt.

"Ich sage ihnen voraus, dass wir zum Schluss eine von allen Seiten getragene Lösung finden werden", sagte er in Stuttgart. Allerdings seien die Verhandlungen schwierig. Auch Gesamtbetriebsratschef Erich Klemm betonte seine Kompromissbereitschaft. Schrempp erklärte, er habe Verständnis für die Gefühlslage der Beschäftigten. Allerdings brauche das Unternehmen wegen des scharfen Wettbewerbs mehr Flexibilität bei den Kosten. Daimler-Chrysler stehe aber zum Standort Deutschland und Baden-Württemberg. "Wir haben eine hervorragende Chance, die Arbeitsplätze in Deutschland zu halten".

Zur Äußerung von Mercedes-Chef Jürgen Hubbert, der von der "baden- württembergischen Krankheit" gesprochen hatte, meinte Schrempp: "Hubbert hat sich nicht gegen Baden-Württemberg ausgesprochen, sondern gegen gewisse Elemente im Tarifvertrag für Baden- Württemberg." Der Konzern investiere in den nächsten drei Jahren insgesamt sechs Milliarden Euro im Südwesten.

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