DC-Krise

Schrempp rechnet mit schneller Einigung

Foto: Daimler-Chrysler

Im Konflikt um Personalkosten bei Daimler-Chrysler ist nach Protesten zehntausender Mitarbeiter erstmals von einer raschen Lösung die Rede.

Konzernchef Jürgen Schrempp sagte, er rechne mit einer baldigen Einigung. Nach Zeitungsinformationen könnte ein Kompromiss bereits in den nächsten Tagen gefunden werden. Der Vorstand um Konzernchef Jürgen Schrempp ist Medienberichten zufolge bereit, auf bis zu zehn Prozent des Gehalts zu verzichten.

Vorstand verzichtet auf Gehalt

"Ich bin zuversichtlich, dass wir in Kürze eine Lösung herbeiführen", sagte Schrempp der "Welt am Sonntag". "Wir sind in konstruktiven Verhandlungen." Der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" zufolge sind Schrempp und Konzernbetriebsratschef Erich Klemm zuversichtlich, dass es eine Einigung bereits am Mittwoch geben könnte. Am Samstag (17.7.) legten die Proteste erneut die Mercedes-Produktion im größten Werk Sindelfingen lahm. Da 12.000 Mitarbeiter die Frühschicht ausfallen ließen, wurden 1.000 Autos nicht gebaut.

Schrempp und seine Vorstandskollegen hätten einen Gehaltsverzicht von bis zu zehn Prozent angeboten, berichteten die "Bild am Sonntag" und die "Berliner Morgenpost". Die Schätzungen über Schrempps Jahresgehalt reichten dabei von 7,5 bis 10,8 Millionen Euro. Das Top-Management unterhalb der Vorstandsebene wolle im kommenden Jahr auf eine Gehaltserhöhung verzichten, hieß es unter Berufung auf Unternehmenskreise.

Weniger Geld für Werkschutz, Putzkolonnen und Co.

Daimler-Chrysler will bei der Produktion der neuen C-Klasse von 2007 an die Kosten um 500 Millionen Euro im Jahr senken und droht ansonsten mit der Verlagerung der Fertigung von Baden-Württemberg nach Bremen und Südafrika. Das konnte 6.000 Jobs in Sindelfingen kosten.

Der Betriebsrat ist laut Medienberichten zu Zugeständnissen bereit. So könne es für die Beschäftigten in Kantine, Druckerei, Werksschutz und Putzkolonnen einen Ergänzungstarifvertag geben, mit dem sie nicht mehr nach den hohen Tarifen der Metallindustrie entlohnt würden. Über die Höhe der Einsparungen und die betroffenen Arbeitnehmergruppen solle am Montag gesprochen werden, die Gespräche zwischen Vorstand und Betriebsrat werden am Dienstag fortgesetzt. Dann will nach Zeitungsinformationen die komplette Spätschicht in Sindelfingen die Arbeit ausfallen lassen.

IG-Metall-Vizechef Berthold Huber machte deutlich, dass dem Entgegenkommen der Gewerkschaft Grenzen gesetzt seien. Die Wiederholung der Forderung "Wir wollen 500 Millionen Euro von euch" sei nicht kompromissfähig, sagte Huber der "Stuttgarter Zeitung". Als Voraussetzung für eine Lösung verlangte er längerfristige Sicherheit und Perspektiven für die Standorte und die Beschäftigung.

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