Delphi

2009 wieder mit Gewinn

Foto: Delphi

Der US-Automobilzulieferer Delphi will nach der Einigung über Sanierungsschritte mit der ehemaligen Mutter General Motors (GM) und den Gewerkschaften schnell in die Gewinnzone zurückkehren.

"Vor Sonderposten werden wir operativ bereits in diesem Jahr profitabel arbeiten", sagte Vorstandschef Rodney O’Neal am Mittwoch (12.9.) der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX auf der IAA. Unterm Strich werde Delphi spätestens 2009 schwarze Zahlen schreiben. Konkretere Angaben machte O’Neal aber nicht.

Im vergangenen Jahr hatte der Zulieferer, der 1999 von General Motors (GM) abgespalten worden war, bei Umsätzen von 26,4 Milliarden Dollar unter anderem wegen Milliardenkosten für einen drastischen Personalabbau einen Verlust von 5,5 Milliarden Dollar (knapp vier Mrd Euro) verbucht.

Streitigkeiten beigelegt

Delphi hatte seine Streitigkeiten mit GM in der vergangenen Woche beigelegt. Dazu zählte unter anderem auch eine Klage des Zulieferers gegen GM auf Beendigung der Liefervereinbarungen mit dem Autobauer. Zuvor hatte sich das Unternehmen bereits mit den US-Gewerkschaften geeinigt und Investoren zu einer Geldspritze von 2,55 Milliarden US-Dollar bewogen. Delphi hatte im Oktober 2005 angesichts eines Schuldenbergs von 22 Milliarden Dollar Insolvenz angemeldet. O’Neal zufolge soll das Insolvenzverfahren nun voraussichtlich bis Ende des Jahres abgeschlossen sein.

Delphi will sich künftig auf fünf Geschäftsfelder konzentrieren. Dazu gehören das Elektronikgeschäft mit Sicherheits- und Radarsystemen, der Bereich Bordnetze und Kommunikation, thermische Systeme, Antriebstechnologien sowie der Ersatzteile-Markt.

In Europa punkten

Auf dem engen Markt in Europa rechne sich Delphi gute Chancen aus, sagte O’Neal. Die Wachstumschancen lägen hier in den kommenden Jahren bei sieben bis acht Prozent pro Jahr. Der Autoabsatz werde zwar nicht stark wachsen, "dafür wird aber die Nachfrage nach Ausstattung deutlich zunehmen". Derzeit erwirtschaftet Delphi in Europa mit zuletzt 5,4 Milliarden Euro rund 20 Prozent des Umsatzes. In den kommenden Jahren soll der Anteil auf etwa ein Drittel steigen. Lieferungen an GM machen immer noch fast die Hälfte des Gesamtgeschäfts aus. Der Anteil werde aber bis 2011 auf etwa ein Viertel zurückgehen, sagte O’Neal.

Delphi rechnet sich vor allem in den Bereichen Umwelttechnik, Sicherheitsausstattungen sowie Kommunikations- und Unterhaltungsangebote gute Chancen aus. So werde beispielsweise für den neuen Renault Twingo oder den Fiat 500 eine Box angeboten, über die Kunden ein USB-Gerät oder tragbare MP3-Player an das Autoradio anschließen können. Auch in Schwellenländern wie Indien oder China, wo viele Hersteller in den kommenden Jahren zunächst auf Billigautos mit Minimalausstattung setzen, werde sich die Nachfrage nach Sicherheits- und Komfortextras erhöhen.

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