Delphi

Kurz vor dem K.O.

Foto: Delphi

Der weltgrößte Autoteilehersteller Delphi nähert sich nach Medienberichten vom Freitag (7.10.) einem Insolvenzverfahren. Delphi fordere von seinen amerikanischen Mitarbeitern dramatische Tarifkonzessionen und von seiner früheren Muttergesellschaft General Motors (GM) Milliardenhilfen, um doch noch einen Gang zum Insolvenzrichter zu vermeiden.

Delphi ist die frühere GM-Autoteilesparte und war 1999 verselbstständigt worden. Seither hat Delphi Milliardenverluste erlitten.

Die "Detroit News" veröffentlichte in ihrer Onlineausgabe eine Mitteilung der amerikanischen Automobilarbeitergewerkschaft UAW (United Auto Workers) an ihre Mitglieder. Danach gibt es Spekulationen, dass Delphi eine Insolvenz zwischen dem 7. und 14. Oktober beantragen könne. Nach Angaben der Zeitung sollen die Stundenlöhne von 26,35 Dollar auf zehn bis zwölf Dollar reduziert werden. Delphi Corporation verlangte auch andere weit reichende Tarifkonzessionen. Es seien 25 Werke bedroht. Delphi habe bereits vorgeschlagen, dass mindestens elf amerikanische Betriebe geschlossen, konsolidiert und restrukturiert werden sollen. Es arbeiten insgesamt 24.000 UAW-Mitglieder bei Delphi.

Die "New York Times" rechnete möglicherweise bereits für Sonntagabend mit einem Insolvenzantrag. Das Unternehmen nahm keine Stellung. Die Verhandlungen mit der Automobilarbeitergewerkschaft UAW seien am Donnerstag festgefahren, berichtete die Zeitung. Die Gewerkschaft werde die Vorschläge wahrscheinlich nicht annehmen. "Es ist nur ein Schlag ins Gesicht", erklärte Al Coven, Präsident der Gewerkschaftsfiliale in Saginaw (Bundesstaat Michigan) der "New York Times".

Delphi hat einen Jahresumsatz von mehr als 28 Milliarden Dollar. Die Delphi-Aktien sind am Freitag angesichts der Insolvenzspekulationen vorbörslich weiter drastisch um 15,9 Prozent auf nur noch 1,85 Dollar eingebrochen.

Delphi-Konzernchef Robert S. Miller hatte zu verstehen gegeben, dass Delphi noch vor dem 17. Oktober Insolvenz beantragen wolle, falls sich die Gesellschaft nicht mit der Gewerkschaft und GM auf hohe Zugeständnisse einigen sollte. Am 17. Oktober tritt eine weit reichende Änderung des US-Insolvenzrechtes in Kraft, die härtere Auflagen für Einzelpersonen und Unternehmen bringen wird. Miller will Delphi auf jeden Fall sanieren, notfalls auch mit Hilfe eines Insolvenzverfahrens.

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