VW-Dieselgate

Hacker knacken Schummelsoftware-Code

VW USA TDI Foto: VW 36 Bilder

Im Rahmen des Kongress 32C3 des Chaos Computer Clubs in Hamburg hat ein Hacker die Software analysiert, mit deren Hilfe VW den Stickoxid-Ausstoß von VW-Dieselfahrzeugen manipuliert hat.

Software ab minus 3.000 Grad aktiv

Dazu hat Hacker Felix Domke, nach einem Artikel von "Heise Online", beim Auktionshaus "eBay" eine entsprechende Electronic Control Unit (ECU) Typ EDC17C46 ersteigert. Domke nahm das ECU auseinander und analysierte den Code. Nach einem weiteren Bericht von "Golem.de" kam er zu dem Fazit: "Der Autozulieferer Bosch sah darin verschiedene Modi für die Reduzierung von Stickoxiden vor. VW bestimmte demnach die Parameter, um diese zu aktivieren."

Besonders der Code, der den SCR-Katalysator steuert, ist interessant und offenbar sehr komplex. Mit Adblue, also einer Harnstofflösung, werden in dem Katalysator Stickoxide in Wasser und Stickstoff umgewandelt. Dabei soll das System im normalen Modus Temperaturen und Abgaskonzentrationen messen, um die nötige Menge Adblue zu dosieren.

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Die Software, so der Bericht von "Golem.de", sieht "aber auch einen Alternativmodus vor. Dieser wird nach Angaben Domkes bei einer Motortemperatur aktiviert, die größer als minus 3.276,8 Kelvin liegt. Also standardmäßig immer." Die Kelvin-Angabe entspricht minus 3.550 Grad Celsius. Erkennt die Software einen Testzyklus, so stellt sie auf einen optimierten Modus um. Dazu sei ein ominöser "Akustik-Modus" aktiv, der in die AdBlue-Dosierung eingreift. In diesem Code seien die "offiziell vorgeschriebenen Bedingungen eines Abgastests" exakt definiert: "von der Starttemperatur bis zu den praxisfernen Fahrzyklen", so "Heise-Online".

Auf dem Prüfstand mit Domkes VW Sharan wurde die Code-Funktion bestätigt. Das Fahrzeug im offiziellen Testbetrieb blieb im schadstoffarmen Modus. "Als er jedoch schließlich vom offiziellen Prüfprotokoll abwich und mit einer konstanten Geschwindigkeit weiterfuhr, brach das Programm ab und versetzte den Motor wieder in den alternativen Modus", heißt es weiter.

Das nur eine überschaubare Anzahl von Mitarbeitern aktiv an den Manipulationen beigetragen habe, so wie es VW-Aufsichtsrat Pötsch erklärte, stellt IT-Experte Daniel Lange auf dem 32C3 in Frage. Der früher für die IT-Strategie von BMW zuständige Lange sieht in der "Programmierung der ECUs ein überaus zentralisierter Prozess, bei dem jede einzelne Funktion im Voraus detailliert beschrieben und vom Management genehmigt werde." Dies sei, "die am besten getestete Software, mit der Ihr je zu tun haben werdet", sagte Lange.

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