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ADAC rechnet Hardware-Nachrüstung für Diesel

Statements der Hersteller BMW, Mercedes, VW

Mercedes S 300 Bluetec Hybrid, Tankdeckel Foto: Hans-Dieter Seufert 48 Bilder

Diesel mit Euro 5 können per Hardware nachgerüstet werden. Laut ADAC liegen die Teile für NOx-Speicherkats und SCR-Systeme im Regal. Doch das Bundesverkehrsministerium will Hardware-Nachrüstungen. Bezahlen könnte diese zumindest teilweise der Kunde. Das sagen BMW, Mercedes und VW.

10.10.2017 Andreas Of 11 Kommentare

Im Bundes-Verkehrsministerium haben sich offenbar die Befürworter einer Hardware-Nachrüstlösung für Euro-5-Diesel durchgesetzt. „Der Spiegel“ berichtet in seiner aktuellen Ausgabe, dass „externe Sachverständige Dieselmodelle darauf überprüfen sollen, ob die nachträgliche Ausstattung eines Katalysators mit einer Harnstoff-Einspritzung (sogenanntes AdBlue) technisch möglich und finanziell sinnvoll ist.“ Damit solle Druck auf Autohersteller ausgeübt werden, einen Nachrüstsatz anzubieten.

Umrüstung soll Diesel-Fahrverbote vermeiden

Die Einigung sei in einer von vier Arbeitsgruppen erzielt worden, die anlässlich des Dieselgipfels im August eingesetzt wurden. Es sei aber noch nicht klar, wer für die Nachrüstung bezahle. Ein Teil der Kosten könnte auf die Kunden abgewälzt werden. Verpflichtend wäre der Umbau nicht - aber es soll einen anderen Anreiz dafür geben - die „Aussicht, um Fahrverbote herumzukommen“, berichtet das Nachrichtenmagazin. Wegen erhöhter Stickoxid-Werte in der Luft drohen in einigen deutschen Städten ab 2018 Fahrverbote für Diesel, die nicht die Euro-6-Norm erfüllen. Mit einer Nachrüstung könnten Euro-5-Diesel auf Euro 6 gebracht werden und wären von Fahrverboten ausgenommen.

ADAC: Hardware-Lösungen möglich

Der ADAC ist die Ersatzteillisten einiger Hersteller durchgegangen und hat festgestellt: Bei Audi, BMW, Mercedes und VW liegen die Teile für eine bessere Abgasreinigung im Regal. Damit könnten einige Euro-5-Diesel per SCR oder NOx-Kat per Hardware-Update auf ein sauberes Abgasniveau gebracht werden.

„Das Argument, Autos könnten nicht mit wirksamen SCR-Systemen nachgerüstet werden, trägt zumindest für deutsche Hersteller überhaupt nicht“, sagt ADAC-Technikchef Reinhard Kolke. Viele gängige Diesel wurden schon vor Jahren gegen Aufpreis mit einer höherwertigen Abgasreinigung verkauft. „Diese Abgasreinigungssysteme liegen also im Ersatzteilregal, sind zugelassen und können verbaut werden“, sagt Kolke der ADAC Motorwelt.

BMW: eigenständige Euro-6-Modelle

BMW hat ab 2008 den 330d gegen Aufpreis als Euro-6-Version Blue Performance verkauft. Damit erfüllt der Sechszylinder-Diesel die Abgasnorm Euro 6. Auch 5er, 7er, X3, X5 und X6 konnten die Kunden gegen Mehrpreis mit Euro 6 bestellen, bevor sie ab September 2014 für neue Typzulassungen Pflicht wurde. BMW spricht von eigenständig entwickelten Pilotmodellen, die Technik könne nicht einfach nachträglich in die parallel im Markt angebotenen Euro 5 Serienmodelle „aus dem Ersatzteilregal“ verbaut werden. Neben einem erheblichen Aufwand würde das „auch eine Entwicklung, Absicherung und Neuzertifizierung bedeuten.“ Der Aufwand sei vergleichbar mit einer Umrüstung Heck- auf Allradantrieb, erklärt ein Sprecher des Unternehmens. BMW argumentiert damit, dass für die Hardware-Umrüstung Entwicklungskapazitäten gebunden würden und die Effekte einige Jahre später greifen als jene von Software-Updates.

Mercedes: Motor nicht identisch

Mercedes GLK 220 CDI, Frontansicht Foto: Hans-Dieter Seufert
Den GLK 220 Diesel bot Mercedes parallel mit Euro 5 und Euro 6 an.

Mercedes hat drei Modelle parallel mit Euro-5- und Euro-6-Abgasnorm angeboten. Der E 220 CDI wurde knapp ein Jahr lang parallel mit beiden Abgasnormen produziert, jedoch sei der Motor nicht identisch. Theoretisch umrüsten ließe sich der GLK 220 CDI 4Matic, den es auch als 220 Bluetec 4Matic gab. Beide Varianten leisten 170 PS und sind identisch.

Der Aufwand ist jedoch erheblich: Die komplette Abgasanlage und die Motorelektronik müssten getauscht, ein Adblue-Tank samt Förderleitung eingebaut und die Reserveradmulde umgebaut werden. Die Teile würden ohne Einbau und Mehrwertsteuer 9.500 bis 12.000 Euro kosten.

Euro-6-Varianten waren „kein Renner“

Der Bluetec-GLK war zwischen 2012 und 2015 im Angebot, gekauft haben ihn weniger als zehn Prozent der GLK-Kunden. Das dritte Modell ist der E 350 CDI, den es in zwei Leistungsstufen gab: Mit Euro 5 leistete der Dreiliter-V6-Diesel 195 kW, die Öko-Variante mit 155 erfüllte Euro 6. Bei einem fast identischen Preis war der Euro-6-Diesel kein Renner. Eine nachträgliche Umrüstung erschwert allein schon die Tatsache, dass beide Diesel unterschiedliche Zylinderköpfe haben.

VW: zwei unterschiedliche Autos

Diesel Nachrüstung SCR-Kat VW Passat Gegen Fahrverbote für EU5 EU6-Diesel-Nachrüstung im Test

Volkswagen antwortet auf die Frage nach der Möglichkeit des Umbaus eines Passat TDI auf die Technik des Blue TDI: „Es handelt sich um zwei verschiedene Fahrzeuge, es gibt gar keinen Nachrüstsatz.“ Die Abgasnachbehandlung und die Motorsteuerung seien komplett unterschiedlich, ein Umbau würde eine eigene Typzulassung benötigen. Der Grundmotor sei identisch. Laut VW sei der Umbau-Aufwand mit jenem von Diesel auf Benziner vergleichbar und damit nicht vertretbar. Auch der damals berechnete Aufpreis für den Blue TDI entspreche nicht dem, was heute ein Umrüstsatz kosten müsste – wenn es ihn denn gäbe.

Hermann: Hardware-Lösungen nötig

Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann sagte der Süddeutschen Zeitung: „Die Software-Nachrüstung wird nicht reichen, um die Luftqualität in den Städten zu verbessern.“ Der Grünen-Politiker Hermann gehe davon aus, dass es auch hardwareseitige Lösungen brauche und dieses Thema nach der Bundestagswahl angegangen werde.

Der Verband der Deutschen Automobilindustrie und einige Politiker hatten Hardware-Updates ausgeschlossen und als zu aufwendig bezeichnet.

Ergebnisse von Real-AbgastestSprinter ist extrem sauber

Diesel mit SCR-Nachrüstung ab Werk

Die Aufpreise für die SCR-Systeme und NOx-Speicherkats lagen zwischen 1.190 und 1.990 Euro. Diese Preise entsprechen nicht den heutigen Ersatzteilpreisen für alle nötigen Komponenten wie SCR-Kat und Adblue-Tank. Sie heißen bei Audi Cleandiesel, bei BMW Blue Performance, bei Mercedes Bluetec und bei VW Clean TDI. Bei BMW handelt es sich um ein NOx-System, die anderen Hersteller nutzen einen SCR-Kat mit Harnstoffeinspritzung. Die Adblue genannte Lösung wird in den Abgasstrang eingespritzt und reduziert so den Stickoxid-Ausstoß.

In der Bildergalerie sehen Sie die aktuellen Ergebnisse der Real-Abgastests von auto motor und sport.

In der Tabelle: Diesel mit Hardware-Nachrüstung ab Werk

MarkeModelleBezeichnungBeispielmodellAufpreisSystem
AudiA4, A8 3,0 TDICleandieselA4 Avant 3.0 TDI (2011)1.350 EuroSCR
BMW1er, 3er, 5er, 7er, X3 20d, 30dBlue Performance320d (2011)1.190 EuroNOx-Speicherkat
BMWX5, X6 30dBlue PerformanceX6 30d (2011)1.990 EuroSCR
MercedesE, G, GLK, GL, M, R, S. 220 CDI, 250 CDI, 350 CDIBluetecE 350 CDI (2011)1.300 EuroSCR
VolkswagenCC, Passat, Tiguan 2.0 TDIBlue TDIPassat 2.0 TDI (2009)1.500 EuroSCR

Quelle: ADAC

Neuester Kommentar

Die gesamte Diskussion ist doch mittlerweile ins Absurde abgedriftet.

Die Hersteller stehen selbstverständlich in der Pflicht, Bestandsmodelle ggf. nach- bzw. umzurüsten, wenn sie die in der damaligen Typzulassung geforderten Abgaswerte nicht einhalten. In aller Regel genügt dafür ein Softwareupdate.
Aber was soll die bekackte Forderung, sämtliche Euro-5-Diesel mit SCR-Kats und Harnstoffeinspritzung zu versehen? Der Aufwand kann sich niemals rechnen, nicht für den Eigner und nicht für die Umwelt. Es ist schlichtweg absurd.
Sollten wir unsere Resourcen nicht sinnvoller nutzen? Von mir aus für Solarzellen auf dem Dach oder noch besser für den dringend nötigen Ausbau des Stromnetzes. Hier wird aber mal wieder in typisch deutscher Empörungshysterie völlig übers Ziel hinaus geschossen. Mit welchem Nutzen? Es gibt keinen. Höchstens für notorische Autohasser, aber von denen gibt es ja genug.

930.engineering 13. Oktober 2017, 17:29 Uhr
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